Von Maren Hoffmann
Denn auch Luxusuhrenhersteller arbeiten mit Kunststoffdichtungen, und dieses Material altert - besonders, wenn es hohen Temperaturen oder Einflüssen wie Meerwasser oder Schweiß ausgesetzt ist. "Am besten wird die Wasserdichtigkeit mit einem Gerät geprüft, das mit Überdruck arbeitet", erläutert Genesis, "es gibt auch Unterdruckgeräte, aber da kann es zu fehlerhaften Anzeigen kommen, weil unter Wasser eben kein Unterdruck, sondern Überdruck auf die Uhr einwirkt."
Auch die Stifte der Halterung für die Armbänder gehören regelmäßig ausgetauscht. Die feine Feder in deren Inneren ist, weil sie unter Dauerspannung steht, ein Verschleißteil. Wird das vernachlässigt, kann schnell großer Schaden entstehen - dann nämlich, wenn einer der Stifte sich unversehens löst und die Uhr zu Boden geht.
Manche Besitzer unterziehen ihre Uhr allerdings auch im Alltag besonderen Härtetests. Genesis weiß von Kunden, die ihre Uhr auch in der Sauna nicht abnehmen - und beim anschließenden Sprung ins Eisbecken ebenfalls nicht. "Bei solchen extremen Temperaturschwankungen kann sich der Gang einer Uhr schon verändern", sagt die Uhrmacherin. Auch extreme Sportarten wie Mountainbiken mögen die meisten Uhren gar nicht. Dauernde Erschütterungen nimmt die feine Technik übel. Deshalb sollte man auch wasserdichte Gehäuse keinesfalls in ein Ultraschallreinigungsbad legen: "Das kann Auswirkungen auf die Unruh haben", meint Genesis.
Weg von Fernsehern und Lautsprechern
Sinnvoll sei es dagegen, die Uhr von Zeit zu Zeit behutsam mit einem feuchten Tuch zu reinigen, um sie von Schweiß- und Cremerückständen zu befreien. Auf Reinigungsmittel sollte man dabei verzichten. Wer seine Uhr beim Baden im Meer anbehält, sollte sie danach mit klarem Wasser abspülen, um Salzwasserkorrosionen zu vermeiden.
Besonders aufpassen muss man mit Magnetfeldern: Zwar schirmt das Gehäuse etliches ab, aber wer seine Uhr auf einer Lautsprecherbox oder einem Fernseher ablegt, darf sich nicht wundern, wenn sie danach ungenau geht, weil etliche Teile des Werks magnetisch aufgeladen sind. Zum Glück lässt sich in diesem Fall schnell Abhilfe schaffen - Uhrmacher verfügen über Entmagnetisierungsgeräte.
Mehr Schaden kann entstehen, wenn man unbedacht in den Schaltmechanismus der Datums- oder Mondphasenanzeige eingreift. "Wenn die Uhr schaltet, greifen etliche Räder ineinander. Dieser Prozess kann mehrere Stunden dauern", erläutert Genesis, "wenn man in dieser Zeit von Hand eingreift, kann man leicht etwas beschädigen." Ihr Rat: Ein paar Stunden vor und nach einem anstehenden Datums- oder Mondphasenwechsel sollte man lieber die Finger von der Krone lassen.
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