Von Tim Tolsdorff
Bauwerke wie aus blauem Gletschereis
Blickfang und Hauptattraktion sind jedoch die vier Stationen der Bahn. Hier durfte sich die britische Stararchitektin Zaha Hadid austoben, die der Olympiastadt von 1964 und 1976 bereits mit der neuen Skisprungschanze am Bergisl zu einem würdigen Wahrzeichen verholfen hat. Hadid, die ein Architekturbüro in London führt, verpasste den Haltestellen ein futuristisches Design, dessen Reiz sich aus den klaren Linien des Sichtbetons und der fließenden Dynamik der hellblauen Dachkonstruktionen ergibt. Die Architektin nennt dieses Konzept "Shadow and Shell". Durchaus beabsichtigt sind Assoziationen mit den alpinen Sujets der Region, wie etwa dem blauen Eis der Tiroler Gletscher.
Die innovative Seilbahntechnik für das Projekt Hungerburgbahn lieferte die Firma Leitner. Bei dem italienischen Unternehmen für den Bau von Seilbahnen und Liften hat man die gehobenen gestalterischen Ansprüche der alpinen Kundschaft rechtzeitig erkannt und darauf reagiert. "Noch immer verlangen die Kunden neueste Technik, Kapazität, Komfort und Sicherheit. Aber Design und Architektur gewinnen heute immer mehr an Wichtigkeit", sagt eine Firmenvertreterin. "Deshalb sind Talstation und Bergstation nicht nur funktionale Bauten, sondern werden zu einem Statement für sich, wenn dies der Kunde wünscht", fährt sie fort.
Für die Hungerburgbahn gilt dies in besonderem Maße. "Das Projekt soll das Marketingkonzept Innsbrucks als Hauptstadt der Alpen durch die enge Verzahnung von urbanem Ballungsgebiet und alpinem Erholungsraum symbolisieren", sagt Thomas Schroll, Geschäftsführer der Nordpark Errichtungs- und Betriebs GmbH. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in anderen Regionen der Alpen aufwendige Bauten den Wintersportlern den Weg auf die Pisten weisen werden.
In St. Anton wiederum möchten sich die Verantwortlichen auf ihrem Vorsprung in dieser Frage nicht ausruhen. Hier soll die Talstation der Galzig-Bahn laut Mario Stedile-Foradori gute Gesellschaft bekommen: "Bei uns steht der Neubau der Bahn auf den Rendl an. Das neue Projekt soll aber nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sein, sondern in Richtung Ortsmitte verlegt und architektonisch anspruchsvoll gestaltet werden."
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