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03.01.2008
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Mini-Flugzeuge

Schwirrende Paparazzi

Von Holger Dambeck

Unbemannte Mini-Flugzeuge werden derzeit vor allem von Militärs genutzt. Doch eine Drohne, die selbständig vorgegebene Routen abfliegt, lässt sich auch selbst bauen. Für etwa 1000 Euro bekommt man ein Flugzeug, das sich bequem per Software dirigieren lässt.

Berlin - Der Flieger macht nicht, was er soll: Plötzlich dreht er um 180 Grad und kehrt zum Startpunkt zurück. "Alles ist unter Kontrolle", sagt Antoine Drouin und die Zuhörer auf dem Chaos Communication Congress in Berlin lachen. Sie erleben gerade eine kleine Verständigungspanne zwischen Berlin und Toulouse. Auf einem Feld in der Nähe der französischen Stadt dreht ein kleines, autonom fliegendes Modellflugzeug seine Runden - gesteuert von Berlin aus.

Drouin, Flugzeugexperte von der École Nationale de l'Aviation Civile in Toulouse, hat gerade neue Flugdaten an die 200 Gramm schwere Drohne Marke Eigenbau übermittelt. Das etwa 30 Zentimeter große Modellflugzeug kann vorgegebene Wegpunkte abfliegen oder in genau definierten Warteschleifen kreisen, ohne dass jemand vom Boden aus eingreifen muss.

Schon seit 2003 arbeitet der Franzose am Projekt "Paparazzi", inzwischen unterstützt von Teams in Hildesheim, Istanbul und der University of Arizona. "Wir wollten eine möglichst billige, einfache und kleine Drohne bauen", sagt Martin Müller, ein 34-jähriger Ingenieur aus Hildesheim. "Es war immer mein Traum, eine Kamera ins Flugzeug zu bauen. Vor vier, fünf Jahren ging das. Dann habe ich Antoine Drouin kennengelernt, seitdem arbeiten wir beim Projekt "Paparazzi" zusammen."

Flug nach Wegepunkten

Die Kamera an Bord der selbstgebauten Drohne liefert permanent Bilder, die man dank der für das Projekt entwickelten Steuersoftware gut mit den Google-Maps-Bildern vergleichen kann, auf denen der Weg der Modellflugzeuge verzeichnet ist. Inzwischen können die Flugzeuge nicht nur filmen, sie fliegen auch vollkommen autonom - und zwar bis zu einer halben Stunde lang. Im Notfall kann vom Boden aus auf Handsteuerung umgestellt werden.

Drohnen waren bislang vor allem eine Sache der Militärs. Kommerziell hergestellte, autonom fliegende unbemannte Flugzeuge (UAV) kosten Millionen. Das Projekt "Paparazzi" beweist, dass es auch anders geht. Rund 500 Euro kostet das Modellflugzeug inklusive Steuerelektronik, für das Komplettsystem mit Fernsteuerung für Notfälle werden rund 1000 Euro fällig. Die Steuersoftware ist gratis, nur einen Laptop benötigt man dafür.

Anfängern empfiehlt Müller, sich zunächst an größeren Modellen zu versuchen, weil die stabiler fliegen. "Kleine Flugzeuge reagieren viel schneller, das Rauschen der Sensoren hat viel größere Auswirkungen." Die "Paparazzi"-Teams haben diese Probleme jedoch mittlerweile im Griff und können 30 Zentimeter kleine Modelle nutzen.

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