Donnerstag, 15. November 2018

Luxusyacht "Aurora" Das Schiff, das aussieht wie Iron Man

Yacht "Aurora": Ein Schiff wie die Rüstung von Iron Man
Tom van Oossanen, Paolo Petrigna

Ein junger Eigner verlangte nach außergewöhnlichem Styling. Fulvio De Simoni bewies mit der knapp 50 Meter langen "Aurora", wozu ein Architekt fähig ist, wenn der Eigner mitspielt. Rossinavi baute das Design-Spektakel aus Aluminium mit Begeisterung.

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Nur wenige Yachten schaffen es, in die Medien außerhalb der Branche zu reisen. "Aurora" jedoch legte auch im Lifestyle- und Designmagazin "Wallpaper" und bei CNN Style an. Das ist auch Achille Salvagni zu verdanken. CNN zitierte den Interiordesigner der "Aurora" mit den Worten, dass sich Rossinavi - als einziger Familienbetrieb der Großyachtbranche in Italien - zu ihrem Vorteil von allen anderen unterscheide.

"Von der Schraube bis zum Rumpf reicht hier ein einziger Telefonanruf, um Probleme sofort zu klären." Unter dem hübschen Titel "Ocean Drive", der auf die Straße Miamis mit den zahlreichen Art-déco-Hotels anspielt, schrieb Jonathan Bell in einem Porträt der "Aurora" und ihres Interiordesigners: "Während gefeierte Büros wie Foster + Partners in dieser Branche dilettieren, machen andere Architekturbüros schwimmende Fahrzeuge und Inneneinrichtungen zu ihrer Spezialität." Und tatsächlich werden bei einem ersten Blick auf "Aurora" Erinnerungen an "Ocean Emerald" wach, 41 Meter, die Norman Fosters Büro für eine Yacht der Werft Rodriquez mit dem Baujahr 2006 zeichnete. Ein gewaltiger Bogen schwingt sich beim Ozeansmaragd vom Bug zum Heck: optisch eindrucksvoll und funktional überflüssig.

Mit Bögen kann auch "Aurora" aufwarten; die jedoch stammen vom Zeichenbrett des erfahrenen Yachtdesigners Fulvio De Simoni und entfalten auf den zweiten Blick eine einleuchtende Wirkung. Erkennbar ist jedoch auch bei "Aurora" ein ausgeprägter Stilwille. Den beförderte nicht zuletzt der junge Eigner, ein Schweizer in seinen frühen Dreißigern.

Er wünschte sich Ungewöhnliches, nie Dagewesenes, nur musste es schwimmen, an klassische Sportwagen erinnern, möglichst maskulin wirken, einen fulminant großen Beachclub bieten und nicht zuletzt im Volumen unter 500 Gross Tons bleiben, um den Vorschriften, die für darüber hinaus gehende Schiffe gelten, auszuweichen. "Eigentlich wollte er ein 50 Meter langes Speedboot haben", erzählt De Simoni. Der Speedbootaspekt sollte später dann im Styling zum Ausdruck kommen: ein schräges, abfallendes Dach des Aufbaus, eine flache Linienführung, kein volumentreibendes Oberdeck, kein Sundeck.

Der Eigner und seine Gefährtin lieben die Verbindung von sportlichem Lebensstil und dem Hang zum Abenteuer. Sowohl bei Fulvio De Simoni wie auch bei Achille Salvagni waren die Eigner damit an die richtige Adresse geraten. Nichts machte De Simoni bei "Aurora" mehr Vergnügen, als eingefahrene Rezepte auf den ausdrücklichen Wunsch des Eigners buchstäblich über Bord zu werfen.

Zudem hatte das Paar einen Blick auf "Polaris" geworfen: 48 Meter im Design von Enrico Gobbi, mit Wasserfall und Lounge auf dem Vordeck. Gebaut hat "Polaris" Rossinavi, womit das Quartett aus Eigner, Designer, Innenarchitekt und Werft denn auch komplett war. Auch Rossinavi kam dem Begehr nach dem Extraordinären begeistert entgegen.

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