Donnerstag, 23. März 2017

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Uhrkomisches gegen die Umsatzschwäche Die verrücktesten Luxusuhren der Saison

Verrückte Luxusuhren: Die abgefahrensten Neuheiten der Saison
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Hautlence

Mal dürfen Weltmusiker wie Lang Lang, mal Box-Legenden wie Muhammad Ali oder ganze Kampftauchereinheiten herhalten, um das Business der Uhrenbranche anzukurbeln. Wieder andere setzen auf Brillanten bei Herrenuhren, abstruse Konstruktionen - und das ewige Motto "Sex sells". Solche Modelle werden gerne als Köder angeboten. Hauptsache man spricht darüber. Die sogenannten Talking Pieces polieren nicht nur das Image auf, sondern füllen auch die Kasse. Vor allem wenn die seltenen Preziosen eine Viertelmillion Euro einspielen - pro Exemplar.

Die Erfahrung zeigt, selbst bei exorbitanten Preisen: Ein paar Verrückte finden sich immer. Zumal sie in Zeiten niedriger Zinsen oft als Investmentalternative dienen. Minutenrepetitionen stehen aktuell besonders hoch im Kurs. Quasi im Minutentakt wurden Neuheiten dieser hochkomplexen Raritäten präsentiert.

Nachdem Bulgari letztes Jahr den Weltrekord mit der flachsten Minutenrepetition brach, kam Chopard mit der nächsten verrückten Idee: um die Klangqualität zu optimieren, läuten hier Tonfedern aus Saphirkristall. Prompt bediente sich Hublot des feinen Gehörs des Starpianisten Lang Lang, und man komponierte gemeinsam ein neues Konzert fürs Handgelenk. Als Auftakt und wichtiger Konjunkturbarometer der Branche dient die alljährliche Luxusuhrenmesse SIHH. Sie startet am 16. Januar in Genf und schon jetzt sind vereinzelte Heilsbringer bekannt.

Montblanc geht mit einem raffinierten Chronographen aus dem neuen Trendmaterial Bronze ins Rennen. Hingegen lockt Ulysse Nardin mit aufreizenden Pin-up Minutenrepetitionen - für über 100.000 Euro hebt eine Burlesque-Tänzerin auf dem Zifferblatt ihr Röckchen.

Solche Stimmungsaufheller sind auch bitter nötig. Laut dem Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH verzeichnet die Branche ein konstantes Umsatzminus.

Gegenüber 2014 sackte in den zehn wichtigsten Märkten der Export im Durchschnitt um über 13 Prozent ab. Nur in einem Land läuft schrieb ein Plus - United Kingdom. Inzwischen hat sich das Königsreich von Platz 11 auf 5 katapultiert. Im November nahm es sogar Platz 3 nach Hong Kong und den USA ein und überholte China. Der Grund, seit dem Brexit-Votum fiel das britische Pfund zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit 1985.

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