Mittwoch, 20. Februar 2019

Konzept-Jacht der Superlative So viel Schiff gibt es für 800 Millionen Dollar

Superjacht "Valkyrie": Parks Plan
Chulhun Park

Mit ihren geplanten 229 Metern könnte die "Valkyrie" die längste Superjacht der Welt werden. Was sie nicht werden soll, hat sich ihr Designer ebenfalls überlegt.

Bordkino, Helikopterlandeplatz, luxuriöse Kabinen - klar. Die entscheidende Währung im exklusiven Reich der Superjachten aber ist: die Länge. Mit ihren 229 Metern soll die "Valkyrie" Konkurrentinnen wie die "Azzam" (180 Meter) oder die "Fulk al Salamah" (164 Meter) übertrumpfen. Und doch soll sie nicht werden, was solch ein Schiff normalerweise ist: das exklusive Spielzeug eines Schwerreichen. Zutritt für Normalsterbliche verboten.

Nach den Plänen ihres Designers Chulhun Park soll der mächtige Trimaran "Valkyrie" eine öffentlich zugängliche Vergnügungs-Location mit Beachklub, Kino, Kasino, zwei Restaurants, Sauna und Spa werden. Entsprechend zahlungskräftige Gäste könnten Tagespässe kaufen oder sich in eine der 26 Gästekabinen einmieten. Auch für Kunstausstellungen und Konferenzen ist die "Valkyrie" konzipiert.

Das Sharing-Konzept richtet sich an potenzielle, schwerreiche Schiffseigner, die ihre Jachten auch nicht mal eben aus der Portokasse zahlen: Mit Einnahmen aus Eintrittsgeldern oder Kabinenvermietung ließen sich zumindest Teile der geschätzten Baukosten von 800 Millionen Dollar (umgerechnet über 705 Millionen Euro) und der teuren, laufenden Kosten finanzieren.

Acht Monate lang hat "Valkyrie"-Designer Park im Rahmen seiner Masterarbeit am Londoner Royal College of Arts am Design seines Supertrimarans gefeilt. Unterstützung hatte er vom Luxusjachtbauer Palmer Johnson, bei dem er nach seinem Studium fünf Jahre als Designer gearbeitet hat.

"Es gibt so viele weiße Jachten, die wie eine mehrstöckige Hochzeitstorte aussehen. Ich wollte ein unverwechselbares Design schaffen", sagt der 36-Jährige, der inzwischen Chefdesigner bei der Werft Latitude Yachts in Riga ist.

"Die meisten Superjacht-Besitzer versuchen, ihre Schiffe innen besonders teuer und luxuriös auszustatten", sagt Parks. Für ihn liegt der größte Luxus der "Valkyrie" in den großen offenen Flächen.

Ob seine Pläne bald umgesetzt werden und sich ein zahlungswilliger Eigner findet, der sein schwimmendes Reich tatsächlich gern teilen will? Park ist optimistisch: "Es gibt ernstgemeintes Interesse an dem Projekt."

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