Donnerstag, 21. Juni 2018

Sommer-Hits in der Stil-Sprechstunde Was geht im Sommer im Büro - und was nicht?

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In der Stilberatung ist es ein bisschen wie in einer Arztpraxis: So unterschiedlich und besonders die Menschen auch sind - manche Symptome wiederholen sich, Fragen bleiben und die Antworten darauf ebenfalls. Und während das Strand-Outfit im Büro genauso unpassend ist wie umgekehrt der zugeknöpfte 3-Teiler bei über 30 Grad im Schatten, kommt (anfangs) leise, aber beharrlich die Frage auf, wie er geht - der Sommer-Look, mit dem man auf der sicheren Seite der Professionalität ist.

Katharina Starlay
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    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher und publiziert über Stilthemen: Starlay.de.

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Im heißen Klima vieler anderer Länder fällt zum Beispiel auf, dass bei Hitze nicht weniger, sondern mehr Kleidung getragen wird, denn Textilien schützen - auch vor Hitze. Bei uns dagegen sinkt der Einsatz von Stoff bei steigenden Temperaturen. Wie bleibt man auch an heißen Tagen cool?

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Hier kommt eine Hit-Liste der Themen, die Stil-Ratsuchende beschäftigen:

Wie kurz darf ein Rock im Büro sein?

Die Rocklänge der Damen entfaltet im Hochsommer etwa die gleiche Attraktivität im Office-Talk wie das Gespräch über Kurzarmhemden zum Anzug: Dürfen die Rocksäume nun klettern oder nicht?

Die Rocklänge hat zwei Aspekte: einen ästhetischen und einen gesellschaftlichen. Die moderne businesstaugliche Längenangabe empfiehlt, den Rock im Stehen kürzestens eine Handbreit oberhalb des Knies enden zu lassen. Das ist der Tribut an die Sachlichkeit. Wenn Sie sich setzen, rutscht der Rock automatisch noch etwas höher, was wiederum voraussetzt, dass Sie auch wissen, wie man elegant sitzt, mit halbwegs geschlossenen Knien nämlich. Kluge Frauen tragen den Rock aber im eigenen Interesse nur dann in dieser Länge, wenn das Bein es hergibt. Viele - gerade besonders schlanke - Frauen haben eher knochige Knie.

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Gut ist die Rocklänge immer dann, wenn sie an einer schmalen Stelle des Beins endet, also auf der erwähnten kürzesten Länge, auf Höhe der Kniemulde unterhalb der Kniescheibe oder unterhalb der Wade - wo dann unter dem Saum die schlanke Fessel sichtbar wird. Auf keinen Fall sollte ein Rock aber an einer breitesten Stelle enden, zum Beispiel auf Höhe einer sportlichen Wade. Bitte überprüfen Sie das beim Einkauf, indem Sie sich von hinten betrachten!

Lohnend ist auch ein Blick auf das eigene Bewegungsmuster: Es gibt Rockfrauen und Hosenfrauen. Viele fühlen sich in schmalen (Bleistift-) Röcken überhaupt nicht wohl und strahlen dies auch aus. Einer Rockfrau dagegen gefällt das kleine Kleidungsstück, in dem sie sich entsprechend souverän bewegt. Bildlich gesprochen sollte eine Frau in ihrem Rock elegant gehen, stehen und sich in einen tiefergelegten Porsche hinein setzen können, ohne sich zu entblößen - dann ist die Rocklänge in Ordnung.

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