Sonntag, 21. Oktober 2018

Stilberatung Spielen Sie das Dresscode-Spiel nach Ihren Regeln!

Wie sehen Sie sich selbst, wie sehen die anderen Sie - und wie hängt das alles zusammen?
Katharina Starlay
  • Copyright: Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt als Hörbuch erschienen: Der Stilcoach für Männer) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de.

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Freiheit ist ein hoher Wert. Jedenfalls für die meisten von uns. Die Freiheit, reisen zu können, wohin wir wollen - die Freiheit, kaufen zu können, was uns gefällt. Aber ist das wirklich so? Sind die Entscheidungen, die uns zum Kauf bewegen, wirklich unsere eigenen? Oder folgen Sie einem undurchsichtigen Prinzip des Gefallens, das erst entschlüsselt werden will?

Gehen wir einmal weg von der uns allen bekannten mehr oder weniger subtilen Manipulation durch omnipräsente Werbung: Welche Faktoren sind es, die unsere Wahl alles andere als frei werden lassen? Was boykottiert unseren individuellen Look und torpediert unser Hoheitsgebiet in Stil- und Persönlichkeitsfragen? Die Frage ist doch nicht, was uns auch modisch gefällt, sondern warum. Ich habe für mich schon früh den Entschluss gefasst, Freiheit als Freiwilligkeit zu verstehen. Deshalb kann man übrigens noch immer verbindlich sein! Es geht um die Möglichkeit der Wahl, und wer keine Alternative hat, folgt jedenfalls nicht sich selbst und ist demnach auch nicht frei.

Wir erleben das in den großen Themen des Lebens genauso wie in den kleinen: Nur wenn die Option, das Szenario zu verlassen oder sich für etwas anderes oder auch gar nichts zu entscheiden, überhaupt da ist, sind wir freiwillig dort, wo wir sind. Das gilt für Geschäftspartnerschaften genauso wie für Ehen - das sind die großen Themen -, aber auch für unseren Umgang mit allem, was zu unserem Alltag gehört und Spaß macht.

Wie freiwillig sind wir noch unterwegs, wenn unser geliebtes Smartphone nur mit spezifischen Programmen und Apps kompatibel ist? Wie freiwillig ist die Wahl, wenn Politiker zu Best Dressed People gewählt werden - aber eigentlich nur eine allgemeine Mode imagewirksam spazieren führen?

Die im Zeitraum der letzten drei Jahre geltende Regel in der Herrenbekleidung empfiehlt zum Beispiel schmale Hosenbeine mit knapper Länge und blaue Anzugstoffe. Hatte die vom Trend lebende Jury eine Alternative? Denn auch unser modisches Auge folgt der Gewohnheit: Was systematisch eingeimpft wird, bleibt im Fokus. Was steht uns nun im Weg, wenn es um die Freiheit unseres persönlichen Stils geht, der natürlich trotzdem dem Anlass angemessen sein sollte? Wann kaufen wir für uns selbst und was macht aus einem Fashion-Victim eine Stil-Ikone?

Hier ein paar Tipps für mehr Freiheit in Ihrem persönlichen Look:

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