Mittwoch, 14. November 2018

Stilfragen Wo beginnt Überparfümierung?

Duften ist schön, stark riechen ist nicht so toll. Beim Parfüm gilt: Lieber einmal weniger auf den Zerstäuber drücken.

Katharina Starlay
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    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Stil-Leitfäden sowie Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher (zuletzt als Hörbuch erschienen: Der Stilcoach für Männer) und publiziert über Stilthemen: Starlay.de.

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Nicht nur im Business, sondern besonders auch für die individuelle Ausstrahlung bei besonderen Gelegenheiten wie festlichen Feiern, Theater oder Rendez-Vous sind Parfums das berühmte As im Ärmel: Ist der Duft nämlich stimmig mit der Person und dem Anlass angemessen, schwingt er unmerklich mit und vermittelt subtile Botschaften mit positiver Wirkung. Eigenschaften wie Qualitätsbewusstsein oder die Fähigkeit zur leichten, fließenden Kommunikation teilen sich nicht zuletzt durch entsprechende Duftbotschaften mit.

Raffiniert im besten Sinne wirkt das Ganze aber nur im persönlich-nahen Kontakt. Konkret: Eine Armlänge. Wenn Sie dagegen ein Kollege, der nach Ihnen das Büro betritt, freudig mit den Worten "Ich weiß, dass Du schon da bist - ich habe Dich im Fahrstuhl gerochen!" begrüßt, sollten Sie sich Gedanken machen. Wo also liegt das richtige Maß?

Wie sich ein Duft entfaltet, hängt nicht nur mit seiner Komposition, sondern auch mit der Hautbeschaffenheit des Trägers, der Temperatur und der Duftkonzentration (Verdünnung) zusammen. Ein Eau de Toilette (EdT), dessen so genannte Duftpyramide über Kopf- und Herznote - nicht aber über die Basisnote des gleichnamigen Eau de Parfum (EdP) verfügt, haftet naturgemäß weniger lang und strahlt auch nicht so weit.

In der Auswahl darf man(n) auch ruhig infrage stellen, ob die marketing-getriebenen Präsentationen in den sehr großen Parfumerien tatsächlich dem eigenen unverwechselbaren Persönlichkeitsimage gerecht werden?

Eine ganze Menge mehr dürfen Sie sich schon wert sein, daher gibt es für Ihren Duftkonsum und die verwendete Tagesmenge diese Tipps:

  • Ihr Parfum sollte nur innerhalb einer Armlänge wahrnehmbar sein.
  • Im Sommer bei hohen Temperaturen entfalten sich Düfte stärker, darum wählen Sie einen leichteren Duft oder reduzieren Sie die Gewohnheitsmenge.
  • Bleiben Sie in der täglichen Anwendung bei der von kritischen Freunden als "gut" bewerteten Anzahl der Sprühstöße entsprechend der Jahreszeit und Konzentration - und ändern sie diese nicht, auch wenn Sie den Duft selbst nicht mehr riechen.
  • Es kann sein, dass Sie in der warmen Jahreszeit das EdT bevorzugen, in der kalten das EdP. Oder im Sommer bei 3 Sprühstößen bleiben, im Winter aber bei 4.
  • Tragen Sie Ihren Duft tagsüber nicht auf exponierten Stellen wie Haaren oder offenen Hautpartien auf, sondern dezent auf den klassischen Stellen: im Dekolleté unter der Kleidung, hinter dem Ohr, unter dem Haaransatz im Nacken oder auch an Armbeuge und Handgelenk. Kurz: Warme, gut durchblutete Hautpartien, auf denen - so die romantische Sicht - auch Küsse eine besondere Magie entwickeln. Dadurch verbrauchen Sie weniger und laufen kaum Gefahr, aufdringlich zu riechen.


Im nächsten Starlay-Express lesen Sie: Warum sind Kurzarmhemden ein No-go?

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