Mittwoch, 28. September 2016

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Stilfragen Wie viel Dekolleté ist zu viel?

Fürs Büro ungeeignet. Es sei denn, Sie arbeiten bei einem Trachten-Spezialisten oder auf der Wies´n.

Wenn Geschäftspartner und Kollegen unkonzentriert werden, könnte das an einem freizügigen Dekolleté liegen - dann jedenfalls, wenn Sie eine Frau im Business sind. Hatten Sie schon einmal den Eindruck? Dann wird es höchste Zeit, die Menge an femininem Reiz für sich zu überprüfen.

Katharina Starlay
  • Copyright: Wala Heilmittel GmbH / Stephanie Schweigert
    Wala Heilmittel GmbH / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin und Imageberaterin. Sie ist Mitglied im Deuschen Knigge-Rat und veröffentlicht außer ihren Büchern auch im eigenen Portal Stilclub.de. Als Stilcoach begleitet sie Einzelpersonen für mehr Erfolg in Beruf und Karriere. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwirft Firmenkleidung.

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Obwohl Frauen mit ihren Qualitäten im Geschäftsleben absolut gefragt sind, sollten physische und fachliche Vorzüge sauber getrennt werden: Die einen lenken nämlich nicht nur von den anderen ab, sondern sie kontaminieren regelrecht die vermutete Kompetenz, noch bevor ein Wort im Geschäftskontakt gesprochen wurde.

Immerhin machen Aussehen, Auftreten und Körpersprache 50 Prozent des ersten unwiederbringlichen Eindrucks aus. Weitere 35 Prozent entfallen auf die emotionale Komponente - in diesem Fall das Kopfkino der männlichen Gesprächspartner.

Ab wann also wird die weibliche Oberweite zum ablenkenden Reiz? Denn genauso klar ist, dass auch Männer keineswegs Klone ihres eigenen Dresscode suchen, sondern Geschäftskontakte, die zum Ergebnis beitragen. "Frau ja - Weibchen nein", lautet also die Devise.

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Eine kluge Frau beugt (sich) also vor, bevor sie morgens das Haus verlässt. Nur so kann sie im Spiegel überprüfen, was andere zu sehen bekommen, wenn sie sich bewegt. Ist nur die flache Stelle der Kuhle zwischen den Brüsten zu sehen, geht das in Ordnung, wenn aber das weiche Gewebe sichtbar wird, berührt der Anblick den sinnlichen Reiz.

Bei welcher Ausschnitthöhe das der Fall ist, hängt naturgemäß vom individuellen Profil der Brust ab. Ist sie flach, sperrt auch ein tiefer, schmaler Ausschnitt nicht auf, zum Beispiel als Hemdblusenkragen mit Knopfleiste. Ist sie voll, sollte die Kleidung nicht nur weit genug sein, sondern bei Verschlüssen in der vorderen Mitte auch auf Höhe des größten Brustumfangs - in der Konfektion nennt man das den Brustpunkt - schließen. Sonst sperren Blusen und Blazer auf. Das geht übrigens auch Männern mit einer muskulösen Brust oder betont aufrechten Haltung so: Auch Sakko-Revers können "sperren". Für ein seriöses Dekolleté gibt es also folgende Tipps: Das Weichgewebe des Busens bleibt bedeckt und wird allenfalls angedeutet.

Achten Sie auf einen Verschlussknopf auf Brusthöhe oder knapp darüber.

Knopfabstände bei Blusen sollten zur Sicherheit dicht genug sein, etwa sechs bis acht Zentimeter je nach Stoff und Knopfgröße. Ein festes Baumwollgewebe kommt mit größeren Knopfabständen aus als ein fließendes, ein großer Knopf braucht optisch mehr Raum als ein kleiner.

Transparente Blusenstoffe gehen nur mit einer Weste darüber, bei einem gelockerten Dresscode stattdessen auch mit einem Top darunter. Aber "managen" Sie dann Ihre Träger: Unter feinen Stoffen schimmert ein BH-Träger auch einmal ungewollt durch.

Enganliegende Shirts tragen Sie am besten nur mit Jacke darüber. Ärmelsäume von Shirts und Blusen sollten nie auf Höhe der breitesten Stelle der Brust enden, die sonst wuchtiger wirkt als sie ist. Die Jacke sollte zu schließen sein. Kaufen Sie im Zweifelsfall eine Nummer größer und lassen Sie die Jacke in der Taille wieder schmaler machen, wenn Sie eine schlanke Körpermitte und mehr Oberweite haben. Eine Jacke, die Sie nur offen tragen können, ist keine Option.

Entscheiden Sie sich grundsätzlich für eine schmale - aber keine enge Passform.

Bleiben Sie modisch - aber elegant. Eleganz kann nur entstehen, wenn Sie sich keine Sorgen machen müssen, dass Sie mehr weibliche "Information" liefern als Ihnen lieb ist.

Im nächsten Starlay-Express lesen Sie: Wo beginnt Überparfümierung?

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