Donnerstag, 30. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Erste Neuheiten der Uhren-Manufakturen 2016 Countdown für die neuen Luxusuhren

SIHH 2016: Das sind die ersten Neuheiten
Fotos
Audemars Piguet

Die Luxusuhrenmesse SIHH (Salon International de la Haute Horlogerie) startet am 18. Januar in Genf - aber schon jetzt haben die großen Manufakturen einige Neuheiten, die Uhrenfans Appetit machen sollen. Hier ist eine Übersicht.

Der Countdown für neue Uhren-Eitelkeiten tickt. In gut vier Wochen, am 18. Januar, eröffnet die Genfer Luxusuhren-Messe SIHH 2016. Sie gilt nicht nur als wichtiger Stimmungsbarometer für die gesamte Branche, sondern auch als Impulsgeber für die Uhrentrends des Jahres.

Einblick in den vornehmen Salon International de la Haute Horlogerie erhält nur geladenes Fachpublikum. Für sie treten alle Schmuck- und Uhrenmarken des Luxuskonzerns Richemont, beispielsweise Cartier, Panerai und Montblanc zum Schaulauf an, aber auch eigenständige Manufakturen, wie Audemars Piguet, Parmigiani und neun Neuankömmlinge - die Truppe der Jungen Wilden. Schon jetzt lüften einige Akteure den Schleier und zeigen ihre Neuheiten.

Darunter ein Tourbillon mit Chronograph für unter 40.000 Euro von Montblanc sowie Puristen im Retro-Schick von Panerai. Für Herren liegen weiterhin auch skelettierte Konstruktionen im Rennen und sie werden bei Cartier bis hin zu Roger Dubuis fündig. Einem sportiven Relaunch unterzieht Vacheron Constantin seine Overseas-Kollektion mit eigenem Chronographen-Kaliber. Bei IWC hebt man mit der überarbeiteten Fliegeruhren-Linie ab. Und ewig locken die Kalender. Sie ticken in zahlreichen Versionen, sei es bei Audemars Piguet, Baume & Mercier oder H. Moser & Cie.

Heute blau, morgen blau - so das Credo bei fast allen Marken zur omnipräsenten Trendfarbe. Ebenso setzt sich geschlechtsneutral Bi-Color, ein Farb- und Materialmix aus Rot- oder Gelbgold mit Edelstahl- oder Weißgold vermehrt durch. Dafür tauchen als neue, aber harmlose Farbtupfer häufiger Beige-, Braun- und Grauschattierungen bei Zifferblättern und Lederbändern auf.

Klassische Werte neu entdeckt

Bisher also keine Wow-Effekte. Eher werden klassische Werte neu entdeckt und es wird an der Manufaktur-Kompetenz gearbeitet. Mit einer braven Modellpolitik, Relaunches und Farbvarianten ihrer Bestseller, reagieren die Hersteller auf die verschüchterte Kauflaune. Verständlich. Seit dem Franken-Schock, der im Januar fast zeitgleich zur letzten SIHH stattfand, gehen die Verkaufszahlen zurück.

Laut dem Verband der Schweizer Uhrenindustrie ist das Business besonders in den drei größten Uhrenmärkten Hongkong, USA und China verhalten. Vor allem brach der Oktober mit einem Exportrückgang von 12,3 Prozent schmerzlich ein.

Deutschland allerdings schlägt sich tapfer und erzielt sein Soll auch dank der Touristen aus Fernost. Die Nervosität der Schweizer schwappt dennoch in den Norden. "Wir sollen uns 2016 noch stärker auf den heimischen Markt konzentrieren, da der Tourismus zu sensibel reagiert", verrät ein Manager in Deutschland, der nicht genannt werden möchte. Gemeint sind damit auch die Terroranschläge in Paris, die für Tourismusrückgänge von über 20 Prozent in Frankreich sorgen. Denn einige der kaufwilligen Besucher stornierten ihre komplette Europatour.

Vernunft ist das Motto der Stunde. Große Überraschungen auf der SIHH kommen also nicht von den Manufakturen, sondern von der Messeorganisation FHH (Fondation Haute Horlogerie). Erstmalig werden neun unabhängige Marken in die SIHH-Hautevolee aufgenommen, womit sich die Ausstelleranzahl auf 24 erhöht. Genau genommen springen die Neuankömmlinge in die Lücke von Ralph Lauren, der seine Teilnahme absagte. Seine Standfläche wird in Uhrmacher-Karee (Carré des Horlogers) umbenannt und teilen sich MB&F, Urwerk, H. Moser & Cie aber auch Laurent Ferrier, HYT und Christoph Claret sowie Hautlence, De Bethune und Kari Voutilainen.

Allesamt sind hoch geachtete Startups der Branche. Keine Marke ist älter als 15 Jahre und versetzte schon das Uhren-Establishment mit manchen Erfindungen ins Staunen. Würdevoll als Artisan-Creators bezeichnet der SIHH diese Truppe der Jungen Wilden. Oft sind sie nur bei Uhrennerds bekannt, weil sie seltene Preziosen oder verrückte Freakuhren in homöopathischen Dosen kreieren. Vor allem können sie keinen vergleichbaren Marketingaufwand betreiben wie die großen Namen. Definitiv bedeutet die neue Kooperation eine Bereicherung - und zwar für alle. Für die Avantgardisten, die auf der SIHH neue Aufmerksamkeit und Highend-Klientel anlocken. Und für die etablierten Marken, die sich bei ihren neuen Nachbarn etwas mehr Mut, Kreativität und Enthusiasmus abschauen dürfen.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH