Donnerstag, 16. August 2018

Pro und Contra Sitzplan beim Dinner Braucht man eine Tischordnung?

Perfekte Planung oder spontane Zufallskonstellationen? Zwei Plädoyers.

 Alexandra von Rehlingen , Inhaberin einer der renommiertesten deutschen PR-Agenturen, gilt als die Expertin für diplomatisches Protokoll, Etikette und Umgangsformen.
Getty Images
Alexandra von Rehlingen , Inhaberin einer der renommiertesten deutschen PR-Agenturen, gilt als die Expertin für diplomatisches Protokoll, Etikette und Umgangsformen.
Alexandra von Rehlingen
  • Alexandra von Rehlingen, Inhaberin einer der renommiertesten deutschen PR-Agenturen, gilt als die Expertin für diplomatisches Protokoll, Etikette und Umgangsformen.

Dem Zufall überlasse ich nur ungern etwas. Wenn ich wie etwa für Jakob von Uexküll nach der Verleihung des Alternativen Nobelpreises ein Dinner organisiere, ist das mit viel Erfahrung und Liebe durchgeplant.

Jetzt die Gretchenfrage: Wie verhält es sich mit der Tischordnung bei privaten Anlässen? Tischordnung - das Wort klingt so streng, dabei meint es das Gegenteil: gute Gespräche, ein interessanter Abend, das Gefühl, die Zeit inspirierend eingesetzt zu haben, sich auf eine nächste Einladung zu freuen. Um das zu erreichen, sollte man als Gastgeber clever planen. Die richtige Antwort auf die Frage "Wer sitzt neben wem?" gehört nicht nur dazu, sondern ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Dinner, auch für ein privates.

Bei mir ist die Kommunikation wichtiger als das Essen selbst. Darum überlege ich auch gern und rechtzeitig vorher Themen, die den Anlass für das Dinner bieten: Umwelt, Klima, die Entwicklung Chinas, unser europäisches Wertesystem und wie wir es erhalten, Bildungsproblematik und so weiter. Und falls einer aus dem Kreis Erfahrung und Wissen beisteuern kann, bitte ich ihn, nach der Vorspeise einige Worte darüber zu sagen - wenn man so will, eine kleine Tischrede zu halten.

Der Feinschmecker
Heft 9/2018

Das internationale Gourmet-Magazin

Aktuelles Heft bestellen

www.der-feinschmecker-shop.de

Ein weiterer Trick, selten angewandt, aber bisher immer erfolgreich: Die Tischkarte hat auf der Rückseite einen zweiten Namen, nach dem Hauptgang wird die Runde gemischt, jeder sucht sich seinen neuen Platz neben anderen Gesprächsnachbarn - die Leute sollen sich nicht festgeschraubt fühlen. Eine Reise nach Jerusalem der anderen Art.

Also: Ja, Tischordnung muss sein. Nicht nur eine, manchmal sogar zwei. Alles an einem schön gedeckten Tisch mit saisonaler Dekoration - das ist die Basis für einen gelungenen Abend.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH