Donnerstag, 25. August 2016

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Patek, Lange, Rolex - Luxus-Uhrmacher rüsten auf Frisch ans Werk - das sind die neuen Luxusuhren

Neue Luxusuhren: Die Freude an eigenen Werken
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Harry Winston

Sportliches Stühlerücken inmitten einer unruhigen Zeit: Cartiers CEO, Stanislas de Quercize, verließ Anfang November aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten. Das Cartier-Management übernimmt interimistisch Bernard Fornas, der auch als Co-CEO von Richemont agiert. Anfang 2016 tritt Cyrille Vigneron den Chefposten der umsatzstärksten Marke des Mutterkonzerns an, der aktuelle Präsident von LVMH Japan.

Über die Umsätze im zweiten Halbjahr äußert sich Richemont verhalten und rechnet mit einer Herausforderung. Der größte Markt, China inklusive Hongkong, schwächelt weiterhin und der hohe Frankenkurs treibt die Produktionkosten. Zudem beginnt die weihnachtliche Hochsaison, in zwei Monaten startet die Genfer Luxusuhrenmesse SIHH - und all das, während die Uhrenbranche sowieso in einem Strukturwandel steckt.

Manufaktur lautet dafür das Schlüsselwort. Es löst romantische Vorstellungen von Handarbeit aus, suggeriert Tradition, Prestige und Werthaltigkeit. Schließlich soll der Besitzer einer Manufakturuhr ein gutes Gewissen haben und sich vom Mainstream abheben. Dafür greift er schon mal tiefer in die Tasche. Etliche Marken nutzen das positive Image und behaupten gern, eine Manufaktur zu sein. Denn der Begriff ist weder geschützt noch klar definiert.

Mehr als 30 Marken treten mit Manufakturkalibern an

Der Kompromiss: Statt vollmundig zu behaupten eine Manufaktur zu sein, deklarieren immer mehr Hersteller ihre Uhrwerke als Manufakturkaliber. Alleine dieses Jahr treten damit über 30 Marken an. Darunter findet man immer häufiger Firmen, die mechanische Uhren zu Mittelschichtpreisen, also unter 5000 Euro, offerieren.

Angetrieben wurden sie dazu von stetig wachsenden Ansprüchen. Die Kunden erwarten mehr Uhr fürs Geld, kennen sich immer besser mit mechanischen Feinheiten und Fertigungstiefen aus. Der Hauptgrund jedoch liegt an einer juristischen Verfügung. Und die betrifft mehr Marken, als man vermutet.

Weit über 80 Prozent der europäischen Uhrenhersteller verwenden zugelieferte Werke oder Komponenten. Meist von Eta und Nivarox, die mit jährlich über fünf Millionen der größte Schweizer Uhrwerke- und Unruhspiralenproduzent sind. Sie gehören zur Swatch Group, doch diese möchte nur noch die eigenen 18 Marken mit den bewährten Kalibern ausrüsten.

Erst hoben sie für Externe die Preise an, dann wurde die Belieferung verknappt, letztendlich mussten Endkunden mehr berappen. Als Begründung dient dem weltgrößten Uhrenkonzern, dass er in Boomzeiten den Eigenbedarf kaum decken kann, aber zur Belieferung anderer verpflichtet ist. Dafür bleibt er in schlechten Zeiten auf Überkapazitäten sitzen.

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