Montag, 20. November 2017

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Die mm-Rangliste der wertstabilsten Luxusaccessoires Eine Handtasche für 100.000 Euro

mm-Luxusindex: Das sind die teuersten Handtaschen
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Rebelle

Die Online-Plattform Rebelle handelt mit Luxusmode aus zweiter Hand. Exklusiv für manager-magazin.de hat Rebelle einen Index besonders hoch gehandelter Artikel entwickelt. Stabil an der Spitze: Zwei Handtaschen, die zum Teil fünfstellige Beträge erzielen.

manager-magazin.de: Was sind derzeit die teuersten Taschen, die Sie im Angebot haben?

Cécile Wickmann: Zwei Modelle von Hèrmes: Eine kleine und eine große Himalaya Birkin Bag. Die kleinere kostet 70.000, die größere 100.000 Euro. Die Himalaya ist aus seltenem Albino-Alligatorenleder. Es gibt nur wenige Farmen auf der Welt, die dieses Leder überhaupt anbieten können. Der Name hat aber nichts mit dem Herkunftsort zu tun, sondern mit dem Farbeffekt: Ein Grau-Weiß-Verlauf mit Schattierungen wie bei verschneiten Berggipfeln.

Cécile Wickmann
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    Cécile Wickmann (geb. Gaulke) ist CEO und Gründerin von Rebelle. Die Online-Plattform handelt mit Second-Hand-Mode von Luxuslabels. Für manager magazin online hat Rebelle Artikel ausfindig gemacht, die regelmäßig auf der Plattform gehandelt werden - und extrem wertstabil sind. Diese Artikel beobachten wir regelmäßig in einem eigenen Luxusindex. Manche Taschen werden sogar zu höheren Preisen als im Einkauf weiterverkauft, weil die Hersteller ihre Top-Produkte künstlich verknappen.

mm.de: Was sind das für Leute, die solche Taschen haben? Und warum kommt es zum Verkauf?

Wickmann: Die eine Tasche habe ich selbst beim Ehemann der Besitzerin abgeholt. Er erzählte, dass sie die auf einer Auktion gekauft hätten und sie toll fanden, weil sie so selten ist. Aber die Frau trägt sie nicht. Solche Taschen sind tatsächlich nicht nur Sammlerstücke, sondern werden getragen - oder zumindest mit dem Plan gekauft, das zu tun. Das Schöne ist ja, dass sie nicht nur im Neuzustand wertvoll und begehrt sind, sondern auch mit Tragespuren noch attraktiv und wertstabil.

mm.de: Ist das auch bei anderen Accessoires so?

Wickmann: Je nachdem. Bei Sneaker-Sammlern etwa ist das ganz anders: Die Schuhe müssen fabrikneu in der Originalbox sein. Und die Sammler kaufen auch nicht unbedingt ihre eigene Schuhgröße, sondern schlagen bei einer Limited Edition in jedem Fall zu - die Größe ist dann schlicht egal, weil die ohnehin nicht getragen werden.

mm.de: Mal abgesehen von fünf- oder sechsstellig gehandelten Taschen: Welche Marken sind derzeit auf dem Second-Hand-Markt im Aufwind?

Wickmann: Ganz klar: Gucci. Das ist der derselbe Effekt, den wir auch bei anderen Traditionsmarken beobachten können: Einem neuen Designer kann es gelingen, eine große Marke von einem etwas angestaubten Image zu befreien und sie neu zu beleben. Die neue Kollektion strahlt dann auch auf vergangene Kollektionen ab und steigert deren Wert. Das Gucci-Revival hält jetzt schon seit etwa drei Jahren, und man merkt: Alessandro Michele hat eine große Vision für die Marke. Das ist kein One-Hit-Wonder.

mm.de: Gibt es noch andere Marken, die von diesem Effekt profitieren?

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Wickmann: Dior mit Maria Grazia Chiuri. Deren Strahlkraft geht auch auf klassische Produkte wie etwa die Saddle Bag über. Jetzt sind diese Taschen noch sehr günstig, aber das wird sich in den nächsten Monaten bestimmt ändern.

mm.de: Welche Luxusmarken sind generell am beliebtesten in Deutschland?

Wickmann: Auf den ersten drei Plätzen nach Verkaufszahlen liegen bei uns Louis Vuitton, Prada und Gucci. In Österreich und der Schweiz ist das ähnlich, in Frankreich liegen Chanel und Hermès noch vor Louis Vuitton - und in England liegt Chanel vor Prada und Gucci. Aber auch die Marktmacht lokaler oder nationaler Brands ist nicht zu unterschätzen. Strenesse und Hugo Boss spielen international fast gar keine Rolle bei Rebelle. In Deutschland gibt es dafür immer noch treue Kunden. Solche Marken gibt es in allen Ländern. Auch wenn die Mode immer globaler wird, halten sich lokale Identitäten.

Hier geht es zur vorigen Folge des Luxusindex:

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