Samstag, 23. Juli 2016

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Stilfragen So sucht man das richtige Parfüm aus

Parfüm: Welcher Duft-Typ sind Sie?
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Colourbox

Im Dezember steigen die Umsätze der Parfümerien. Düfte sind gute Geschenke - wenn man den richtigen Riecher hat. Stilberaterin Katharina Starlay hilft bei der Auswahl und bei der eigenen Einordnung in den richtigen Dufttyp.

"Das Parfum ist das unsichtbare aber unübertreffliche Mode-Accessoire" konstatierte schon Coco Chanel. Ihr berühmtester Duft "Chanel No. 5" von 1921 ist bis heute ein Topseller und kann zu Recht als Jahrhundertduft bezeichnet werden.

Tatsächlich kann ein falsch gewähltes Parfum die Ausstrahlung eines Menschen stark gefährden und manche Aussage unglaubwürdig machen. "Ich bin diskret" glaubt einem niemand, wenn die olfaktorische Kommunikation jegliche Diskretion vermissen lässt und in erster Linie vermittelt, dass jemand gehört, wahrgenommen und auch gerochen werden möchte.

Glaubwürdigkeit beginnt also bereits hier - und ein Duftgeschenk kommt umso besser an, als es denTyp des Empfängers berücksichtigt und zu ihm oder ihr passt. Dabei ist ein Parfum ein sehr persönliches Geschenk und überwiegend Menschen vorbehalten, die wir innerhalb der persönlichen Distanzzone von einer Armlänge kennen und einschätzen können. Genauso weit sollte übrigens ein persönlicher Duft wahrnehmbar sein - nicht weiter.

Womit wir bei der Anwendungsmenge wären. Gegen Überparfümierung gibt es nur diesen Tipp: Bleiben Sie konstant bei der Anzahl Sprühstöße, die sich für einen Duft bewährt haben, auch wenn sich ihre Nase bereits an ihn gewöhnt hat und ihn nicht mehr so intensiv wahrnimmt. Je nach Konzentration von Parfum, dem intensiven Eau de Parfum (EdP) oder dem schwächeren Eau de Toilette (EdT) kann die richtige Menge, welche die magische Grenze nicht überschreitet, unterschiedlich sein.

Die Typfrage beeinflusst die Wahl

Bei der eigenen Typenzuordnung ist auch diese Überlegung entscheidend: "Wie viel Zeit bin ich eigentlich bereit, dem Thema Stil und Kleidung in meinem Leben zu widmen?" Klassische und avantgardistische Typen sind aufwändiger und bringen eine höhere Styling-Toleranz mit, während natürliche mehr auf Zeiteffizienz setzen. Eine "Avantgarde"-Frau würde niemals gänzlich ungeschminkt morgens zum Bäcker gehen. Dabei ist wichtig, nicht zu bewerten, sondern dies bei sich selbst und anderen zu akzeptieren. Wenn es um Persönlichkeiten geht, gibt es kein gut oder schlecht.

Manchmal kommt es vor, dass Teilnehmer einwerfen, mehrere Stiltypen zu repräsentieren - je nachdem, ob sie gerade im Job oder privat unterwegs sind. Das allerdings erschwert die Umsetzung erheblich und verwässert das eigene Profil. Denn erstens bräuchte derjenige mehrere Garderoben, um die verschiedenen Typen glaubwürdig zu leben, und zweitens würde er in einem der Stile immer nur eine Rolle spielen.

Bei den meisten Menschen schlägt das Herz für einen bestimmten Ausdruck. Sowohl Familie und Freunde als auch der Arbeitgeber haben außerdem ein Recht auf den ganzen Menschen, der in jedem Moment er selbst ist und keine Rolle spielt. Nur dann kann er sein Bestes geben, und nur dann wirkt die Ausstrahlung authentisch.

Je klarer also das Bild ist, desto stärker wird eine Persönlichkeit wahrgenommen, und wenn Selbstbild und Fremdbild übereinstimmen, entsteht Charisma. Ich möchte Ihnen daher Mut machen, sich mit der Typfrage zu befassen und die Auswahl von Düften für sich selbst und andere weniger der imageträchtigen Werbung zu überlassen als dem kerngesunden persönlichen Urteilsvermögen. Dabei kann gerade die Selbstreflektion durchaus vergnüglich sein, wenn die Wahl eines neuen Parfums ansteht.

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