Montag, 20. November 2017

Hausboot-Experte Udo Hafner über das Wohnglück zu Wasser "Sie haben viel mehr Freunde, die zu Besuch kommen"

Hausboote: Vom Glück, auf dem Wasser zu wohnen
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iYacht

Der Schiffbauer Udo A. Hafner plant mit seinem Design- und Konstruktionsbüro iYacht in Hamburg auch Hausboote. Er schreibt Fachberichte und hat gemeinsam mit Torsten Moench das Buch "Hausboote - Typen, Technik, Konstruktionen" verfasst. Über diesen Bereich seiner Arbeit sprach der gebürtige Österreicher auch bei der jüngsten Hausboot-Konferenz in Hamburg - stilecht auf dem Designer-Ponton "Kai 10" im Mittelkanal.

manager-magazin.de: Liegt die Zukunft des Wohnens in der Stadt auf dem Wasser?

Udo A. Hafner: Nur bedingt. Der Bedarf an Wohnraum ist so groß, dass der Platz auf geeigneten Wasserflächen nicht ausreicht. Das wird immer etwas für einen kleineren Kreis bleiben, auch, weil es so komplex in der Infrastruktur ist. Eine neue Einfamilienhaussiedlung ist wesentlich einfacher zu bauen - man braucht ja auch Nebenflächen für Mülltonnen, Parken, Soziales. Das ist leichter, wenn alles an Land ist.

mm.de: Wieviele Hausboote gibt es in Deutschland?

Hafner: Das wissen wir nicht. Es gibt kein zentrales Register. Auch wir in der Branche können nur schätzen. Es könnten ein paar Tausend sein. Aber was wir sagen können, ist: Die Zahl steigt. Das Interesse nimmt definitiv zu.

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mm.de: Sind Hausboote eher Low-Budget-Alternativen zum Eigenheim oder Luxus-Refugien?

Hafner: Von beidem etwas. Das Wohnen am Wasser ist sehr attraktiv, und Immobilien in dieser Lage sind in Städten extrem teuer. Die Käuferschaft ist sehr heterogen, aber sie muss schon Kaufkraft besitzen: Wenn ein Hausboot den gleichen Komfort bieten soll wie ein Einfamilienhaus, zahlen Sie rund 5000 Euro pro Quadratmeter, also rund doppelt soviel wie bei einer Durchschnittsimmobilie an Land. Alles in allem wird es sinnvoll so ab 400.000 Euro. Ein wichtiges Segment ist die Nutzung als Ferienimmobilie. Als kommerzielles Investment kann sich das schon lohnen.

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