Dienstag, 13. November 2018

Versteigerung angesetzt Die fantastischste Fahrradsammlung der Welt

Sammlung Embacher: Im Fahrrad-Himmel
Dorotheum

Modedesigner Paul Smith, Industriedesigner James Dyson und Designlegende Richard Sapper - sie alle sind begeistert von der Fahrradsamlung, die der Architekt Michael Embacher in den vergangenen Jahren zusammengetragen hat und die in der Zweiradwelt einzigartig ist. Nun kommt im Wiener Dorotheum ein Großteil der Sammlung unter den Hammmer - 203 Fahrräder aus der Zeit von den 1930er Jahren bis heute.

Zur Versteigerung kommt etwa das letzte noch fahrbare Exemplar eines 1937 von Jacques Schulz konstruierten Funiculo-Rads, von dem dem Auktionshaus zufolge weltweit nur noch drei Stück existieren. Ein Skoot-Rad, das in einen Koffer mit Tragegriff umgebaut werden kann. Ein deutsches Köthke-Tandem aus dem Jahr 1948. Oder der Designklassiker "One of"aus Titan von Alex Moulton, der laut Dorotheum auch im Museums of Modern Art in New York steht.

Begonnen hat Embacher seine Sammlung vor einigen Jahren durch einen Zufall. Als ihm sein eigenes Fahrrad gestohlen worden sei, habe er sich bei Ebay ein gebrauchtes gesucht, dann habe es ihn gepackt, erzählt Embacher. "Da habe ich gemerkt, wie viel Kreativität in einem Fahrrad sein kann." Und er habe zeigen wollen, "dass die teuersten nicht notwendigerweise die schönsten sind."

Eine Kathedrale für Fahrräder

Embacher stöberte und kaufte weiter. Die Zahl der Fundstücke wuchs. Und als der Architekt das erste Buch über seine Sammlung veröffentlichte, ging es dann richtig los. Da "sind mir die Räder zugeflogen", erzählt der Sammler. "Viele Liebhaber waren froh, dass sie es jemandem geben konnten, der darauf aufpasst."

Allerdings habe sich die Sammelei nach und nach zu einem extremen Zeitfresser entwickelt, erzählt Embacher, der neben seinem Hobby auch noch als Architekt tätig ist. "Am Ende war es ein 90-Stunden-Job", berichtete er manager magazin. ."Die Leute haben angefragt, welchen genauen Farbton der Rahmen eines bestimmten Modells hat, weil sie genau den auch für ihr eigenes Fahrrad wollten. Das ist ja auch total nett", sagt er. "Aber jetzt freue ich mich, wieder mehr Zeit für die Familie zu haben."

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