Mittwoch, 24. Januar 2018

Designer Massimo Buster Minale Der aufrichtige Wilde

Wohnaccessoires: Das coole Design von Massimo Buster Minale
Fotos
Daniel Griffel

Massimo Minale hat Motorräder für George Clooney und Keith Richards umgebaut. Heute stellt sein Label Buster + Punch die coolsten Griffe, Schalter und Leuchten der Welt her.

Gefunden in
Splendid
November 2016

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Schon der Name klingt nach Kinnhaken: Buster! Punch! Hört sich nach smartem, aber verschlagenem Typen an, ein Raubein mit Klasse. "Massimo Buster Minale" - so unterschreibt der Gründer von Buster + Punch seine Mails. Wahrscheinlich ein Spitzname aus Halbstarkzeiten, kein Mensch heißt heute noch Buster.

"Doch", sagt Massimo, "Buster ist mein offizieller Mittelname. Und Punch ist der meines Bruders." Was hatte der denn für Eltern? "Die Frage ist eher: Wie betrunken waren sie?"

Massimo B. Minale steht in seinem 50 Quadratmeter kleinen Showroom in Stockholm und wiegt einen massiven Türgriff in der Hand - schmal, chic und so schwer, dass er als Mordwaffe herhalten könnte. Auf die Finger seiner rechten Hand ist der Name seines Sohnes Otis tätowiert. Griffe für Schubladen liegen auf den Tischen neben ihm, dazu Schächtelchen mit Lichtschaltern, Kerzenständer, die wie übergroße, polierte Gewinde aussehen. Dazwischen derbes Schuhwerk.

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Alles wird beschienen von Glühlampen, die an Kabeln von der Decke baumeln, deren Enden zu einem kobelartigen Gewirr verknotet sind. Als habe ein Musiker sie gerade angetackert, um seine Gibson-Gitarre nicht im Schummerlicht bearbeiten zu müssen.

Man muss bei all diesen Griffen, Schaltern, Leuchtern unweigerlich an Rock 'n' Roll denken. Die schwarzen Metallarbeiten sind ungewohnt in dieser Stadt, die das Auge normalerweise in pastelliges Skandinavia-Design tunkt. Wie kam der gebürtige Londoner Massimo auf die Idee, ausgerechnet in Schwedens Hauptstadt seinen zweiten Showroom (nach dem Londoner Flagshipstore) zu eröffnen?

Seine Frau sei Schwedin, sagt der 36-Jährige, und außerdem sei das kleine, aber trendbewusste Stockholm ein guter Markt, wenn man etwas Neues auf seine Lebenstauglichkeit testen wolle: "Die Leute sind offen." Tatsächlich, das gibt er zu, sind seine Arbeiten extrem unschwedisch: "A bit heavy, a bit dangerous", sagt er, das passe eigentlich nicht zur nordischen Behaglichkeit: "Wir haben mit unserem Laden die Hintertür eingetreten." In Leuchtschrift knallt ein "Get hard" aus dem Schaufenster auf die versteckte Straße im Zentrum. Zack, schon wieder ein Kinnhaken.

2013 gründete Minale sein Interieur-Label, im selben Jahr eröffnete er den Laden in Stockholm: "Eigentlich kommt hier niemand zufällig vorbei, und wenn wir was Neues haben, geht die Schlange schon mal bis um den Block." So wie damals, als er Bikerstiefel anbot. Das Design hatte er zusammen mit Justin Deakin entworfen, der schon für das Modegenie Alexander McQueen gearbeitet hat. Innerhalb von zwei Stunden waren 500 Paar der Boots verkauft. Ohne PR. "Die Schweden folgen Instagram und Bloggern fast schon religiös, es reicht hier völlig, wenn man in den Social-Media-Kanälen präsent ist."

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