Dienstag, 26. September 2017

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Plädoyer für sorgfältige Kleidung Schluss mit dem Krawatten-Bashing!

Katharina Starlay
  • Copyright: Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Wala Heilmittel / Stephanie Schweigert
    Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. In Vorträgen, Seminaren und individuellen Beratungen coacht sie rund um Kleiderstil und Businessknigge. Seit 2002 berät sie auch Unternehmen für deren Außenauftritt und entwickelt Firmenkleidung. Sie schreibt Bücher und publiziert auf ihrer eigenen Seite über Stilthemen: Starlay.de.

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Fast hat man das Gefühl, dass er für mangelnde Führungskultur und hierarchische Strukturen verantwortlich ist. Unternehmen, die beides hinter sich lassen wollen, zieren sich nur zu gerne mit der Aussage, davon noch nie viel gehalten zu haben und in Zukunft darauf verzichten zu wollen: Auf den Schlips - die Krawatte - den Binder.

Unter welchen Bedingungen sieht "oben ohne" eigentlich so richtig gut aus und lässt die Männer zu Gentlemen werden?

Wer nun glaubt, dass dies ein Lobgesang auf die Krawatte wird, irrt sich. Es gibt sogar Verfechter der Meinung, dass der textile Eyecatcher seinem Träger den Hals abschnüre und die Durchblutung im Kopf verringere. Aber das sollte der Träger selbst entscheiden. Denn es gibt einerseits Menschen, die sich von konfektionierter Kleidung beengt fühlen - und andererseits welche, die in Anzug und Krawatte wirken, als seien sie darin geboren worden. Es ist tatsächlich eine Typfrage.

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Dem allgemeinen Krawatten-Bashing freien Lauf zu lassen würde bedeuten, dass alle Männer, die diese Kluft bis jetzt kultiviert haben, keine freie Entscheidung hatten.

In der Diskussion um den traditionellen Binder wird außerdem nur zu gerne vergessen, dass die Herrengarderobe noch mehr Kleidungsstücke zu bieten hat. Und während ich die Ansicht teile, dass die Krawatte nicht zwingend notwendig ist, um Wertschätzung für mein Gegenüber auszudrücken und dabei Geschäfte zu machen, möchte ich doch für stilvolle und durchdachte Kleidung plädieren. Warum? Und unter welchen Bedingungen schauen wir gerne hin? Was braucht es, um das Auge eines Betrachters oder einer Betrachterin verweilen zu lassen?

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