Samstag, 21. Juli 2018

Uhrenmesse Baselworld 2018 Das sind die neuen Luxusuhren

Baselworld 2018: Das sind die neuen Luxusuhren
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Rolex

Nächste Woche zünden Rolex, Patek Philippe, Omega, Breitling und Konsorten wieder ein Premieren-Feuerwerk auf der Baselworld (22. bis 27 März). Einige Uhren-Manufakturen verraten schon jetzt, womit sie auf der Luxusuhrenmesse in Basel antreten. Sie locken mit kostenfreien Extras für Kunden. Vor allem reiten die Uhrmacher weiter auf der Retro-Welle, lancieren ihre Bestseller mit neuer Couleur und praktischen Neuerungen oder machen Kampfansagen mit trendigem Military-Look und bei der Preispolitik.

Selten wurde dem Branchentreffen mit so großen Erwartungen entgegengefiebert. Am 22. März startet die prestigeträchtigste Uhrenschau der Welt. Ob man jedoch noch von der größten, wie all die Jahre zuvor, sprechen kann, sei dahingestellt. Schon im vergangenen März wurde verkündet, dass sich die Baselworld 2018 von acht auf sechs Tage verkürzt. Im September wurden die Preise für Messestände um zehn Prozent reduziert. Im November räumte die Messeleitung ein, dass sich die Ausstellerzahl um die Hälfte reduziert. Offiziell hieß es, 2017 hätten 1300 Austeller teilgenommen. Zählte man jedoch die Namen auf der Ausstellerliste, kam man nur auf knapp 900. Dieses Jahr sind dort etwas über 600 zu lesen.

Wegen stockender Umsätze zogen inzwischen selbst Prestigemarken die Reißleine. Hermès, Eberhard & Co., Dior wenden sich von der Baselworld ab. Einige, wie Ulysse Nardin, Girard-Perregaux und Hermès, wandern zum luxuriösen Uhrensalon nach Genf ab, wo die Ausstellerzahlen kontinuierlich steigen. Oder veranstalten eigene Events. Dreizehn Zulieferbetriebe meutern jetzt auf dem Baselworld-Flaggschiff, indem sie erstmals sogar eine eigene Messe initiieren. Werkzeughersteller wie Bergeon, Horotec und Draco Group treten zeitgleich mit der Technical Watchmaker Show in der wichtigen Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds an.

Die Branche konsolidiert zur Freude der Uhrenfans

Seit gut zwei Jahren drehen die Uhrmacher weniger stark an den Preisschrauben - und das zieht an und zwar mehr Kunden. Die Swatch Group, mit 18 Marken der weltgrößte Uhrenkonzern, darunter Omega, Breguet, Blancpain, Glashütte Original und Longines, gab soeben bekannt, dass der Nettoumsatz um 5,8 Prozent auf 7.98 Milliarden Franken stieg. Der Konzerngewinn kletterte sogar um 27,3 Prozent gegenüber 2017.

Trotz der guten Performance teilt Nick Hayek aus: "Wir haben das Gefühl, dass immer mehr Leute kurzfristig agieren. Kurzfristig auf Gewinn schauen, keine Investitionen mehr machen, sich nur noch auf den Luxus konzentrieren und vor allem gewisse große Player aus Genf, die agieren wie Finanzmenschen an der Börse", kommentierte der Uhrenchef im Schweizer Radio. Er räumt auch ein, dass die letzten drei Jahren schwieriger waren, aber nicht so katastrophal, wie das Katzengejammer klang.

Auch die Zahlen des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) geben Zuversicht. Im Jahr 2017 stieg der Export nominal um 2,7 Prozent, im Januar im Vergleich zum Vorjahr sogar um 12,6 Prozent. Als stärkstes Zugpferd liegt China mit einem Umsatzplus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat vorne. Hingegen hinken die USA, wo seit zwei Jahren die Exporte rückläufig sind. Zum Jahresbeginn 2018 ließen auch die EU-Märkte Deutschland, Italien, Frankreich nach, womit sich ein Trend fortsetzt. Seit der Brexit-Verkündung und dem sinkenden Pfund zieht es shoppingwütige Uhrenfans ins Vereinigte Königsreich, wo sie günstiger einkaufen können. Zwar wurden in dem "Schnäppchenland" die Uhrenpreise teilweise angepasst, dennoch legte Großbritannien im Januar um 4,6 Prozent weiter zu.

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