Mittwoch, 17. Oktober 2018

Uhrenmesse Baselworld 2018 ist eröffnet Die spektakulären Neuheiten der Luxusuhrmacher

Baselworld 2018: Das sind die neuen Luxusuhren
Rolex

2. Teil: Hublot bringt die erste High-End-Smartwatch speziell für Fußballfans

Mit einem spektakulären Match of Friendship und reichlich Online-Potenzial präsentiert sich Hublot. Usain Bolt, Diego Maradona, Gianni Infantino sowie José Mourinho, Roberto Carlos und weitere Erste-Liga-Promis bolzten gegeneinander vor 300 geladenen Gästen. Endstand 11:11 und ein Gewinner - Hublot mit seiner ersten Smartwatch, speziell für Fußballfans. Für die WM in Russland wurde sie zusammen mit der Fifa konzipiert und heimlich von Schiedsrichtern schon in Spielen getestet.

Digitaler wird auch Frédérique Constant. Anlässlich der Baselworld kommt eine Hybrid-Uhr mit mechanischem Kaliber und Smartwatch-Elektronik. Und prompt wird die nächste Smartwatch einer Traditionsmarke angekündigt: Nick Hayek möchte sie bei Tissot bis Ende des Jahres vorstellen. Damit bringt die Swatch Group nun auch eine neue Smartwatch auf den Markt.

"Ich bin seit 42 Jahren auf der Baselworld, doch noch nie wurde so viel vor allem so schnell Quatsch erzählt wie dieses Jahr", stellt Jean-Claude Biver fest. Der LVMH-Uhrenpatron der Marken Hublot, Tag Heuer und Zenith sieht den Verursacher im digitalen Zeitalter. Hauptsache sei es, als Erster zu posten ohne vorher die Fakten zu checken. Dennoch sieht Biver dort die Zukunft: "Online wird künftig der Vertriebskanal Nummer 1".

Video: Diese Luxusuhr von Piaget ist flacher als ein Geldstück

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Bild: manager-magazin.de

Patek Philippe nimmt das Posten jetzt lieber selbst in die Hand. Erstmals lanciert die Edelmanufaktur kurz vor dem Messestart einen Social-Media-Kanal und präsentiert auf Instagram die weltweite Vorpremiere der Calatrava Pilot Travel Time 5524 im neuen Roségold-Look. Ganz branchentypisch, pünktlich auf die Minute geht es weiter: jeden 18. des Monats um 18:39 Uhr Genfer Zeit werden dort Fans mit News versorgen. Hingegen lehnt das Traditionshaus den Onlinehandel strikt ab. Noch. Etliche andere Labels und etablierte Juweliere wie Wempe und Bucherer steigen vermehrt in den E-Commerce ein. Sie haben erkannt, dass sich im Netz sich die nächste Käufergeneration tummelt. Zudem werden Millennials über Social-Media-Kanäle fleißig umworben.

"Das Bedürfnis nach Einkaufserlebnis und Vertrauen ist bei Uhren und Schmuck stärker als Bequemlichkeit oder Schnäppchenjagd", erklärt Stephan Lindner. Laut dem Präsidenten des deutschen Handelsverbands Juweliere (BVJ) legten Internethändler 2017 bei Schmuck und Uhren um 2 auf gesamt 10 Prozent Marktanteil zu. Insgesamt sank laut BVJ in Deutschland der Uhrenumsatz letztes Jahr leicht um 0,6 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Der weltweite Umsatz mit Luxusuhren lag nach einer Studie von Bain & Company 2017 bei ca. 37 Milliarden Euro. Davon gingen höchstens 5 Prozent über die virtuelle Ladentheke.

Und das nächste Schlachtfeld ist auch schon auserkoren - der Second-Hand-Markt. "Das ist das nächste große Ding in der Uhrenindustrie", tönte Francois-Henry Bennahmias vor wenigen Wochen. Der dynamische CEO von Audemars Piguet will gebrauchte Uhren der eigenen Marke weiterverkaufen. Schon zuvor begann Vacheron Constantin in eigenen Ateliers ältere Modelle ihrer Marke zu überholen und weiterzuverkaufen. Ein cleveres und lukratives Manöver.

Analysten bei Kepler Cheuvreux schätzen den weltweiten Markt mit Second-Hand-Uhren, inklusiver klassischer Auktionen, auf über 4 Milliarden Euro. Auch Jean-Claude Biver, verantwortlich für Hublot, Tag Heuer und Zenith, betritt dieses Segment: "Wir gründen gerade ein eigenes Portal für gebrauchte Uhren. Sie werden revidiert, mit einer Garantie versehen und dort weiterverkauft - das hat enormes Potenzial". In einem ist sich Biver auch sicher: "die nächste Baselworld wird stattfinden, aber mit einem komplett neuen Konzept".

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