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28.01.2013
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Alberto Giacometti
Zeugnisse eines Besessenen

Von Alexandra Knape

Die Skulpturen von Alberto Giacometti gehören zu den bedeutendsten und teuersten der Welt. In Hamburg widmen sich gleich zwei Museen dem Künstler, der als einer der wichtigsten Nachkriegskünstler gilt.

Hamburg - "Es ist nicht einfach auch nur einen Giacometti nach Hamburg zu holen", sagt Hubertus Gaßner. Doch dem Direktor der Kunsthalle Hamburg ist es gelungen, gleich über 200 Objekte, Gemälde, Skizzen und Zeichnungen des Künstlers in der Hansestadt zu versammeln - sicherlich mit der finanzkräftigen Hilfe der Sponsoren wie beispielsweise der Stiftung Nordmetall und der Schweizer Kulturstiftung Prohelvetia.

Und nicht nur das: Zeitgleich inszeniert auch das Hamburger Bucerius Kunstforum den weltweit angesehenen Nachkriegsbildhauer mit ebenfalls über 100 Werken.

Die Ausstellung "Giacometti. Die Spielfelder" (Kunsthalle), kuratiert von Annabelle Görgen-Lammers, will dabei einen neuen Blick auf den renommierten Künstler werfen. "Diese Ausstellung wird vielleicht den einen oder anderen schockieren", sagt Görgen-Lammers bei einer Präsentation. Im Fokus der Ausstellung liegen die surrealistischen Frühwerke des Schweizer Bildhauers. "Wir zeigen Werke, die zum Teil noch nie präsentiert wurden", erklärt sie. Weniger die berühmten filigranen Figuren stehen im Mittelpunkt, stattdessen versucht die Ausstellung sich Giacometti über die Idee der Spielfelder zu nähern.

Fragile Unikate zeugen dabei von der Faszination des Spiels. An den an Spielbretter erinnernden Objekten aus Holz, Bronze oder Marmor entwickelt der Künstler modellhaft sein Konzept von der "Skulptur als Platz". Ein Konzept, das sicherlich in dem berühmten Modell für die Chase Manhattan Plaza seinen Höhepunkt findet. Hinzu kommt die Suche nach der geeigneten Darstellung der Totalität des Lebens, der Wirklichkeit und der Wahrnehmung unter der ständigen Suche nach dem perfekten in Beziehung setzen seiner Figuren, für das Giacometti letztendlich keine ihn befriedigende Lösung finden wird.

Auf Distanz gehalten

Sein Atelier in Paris, ein nur 18 Quadratmeter großer Raum, den er 40 Jahre lang nutzt, dient dabei auch der Inszenierung seiner Figuren. So widmet sich die Ausstellung diesem zentralen Raum, in dem Giacometti immer wieder neue Konstellationen seiner Skulpturen ausprobiert. Seine Modelle saßen hingegen genau im Abstand von 1,80 Metern von der Staffelei entfernt, genau im Winkel von 45 Grad, berichtet Görgen-Lammers.

Giacometti, der 1901 das Licht der Welt erblickt, wächst als erstes Kind des Schweizer Künstlers Giovanni Giacommeti und dessen Frau Annetta in Stampa in der italenischen Schweiz auf. Schon früh widmet er sich der Kunst. Nach einer Ausbildung in Genf bricht er 1922 nach Paris auf. Er begegnet unter anderem Sartre, Beckett, Strawinsky und Simone de Beauvoir. Ab 1928 erfährt Giacometti für seine reduzierten Skulpturen die ersten Anerkennungen. 1934 wird sein Werk erstmals in einer Einzelausstellung in New York gezeigt.

Während der deutschen Besatzung verlässt der Künstler Paris und geht zurück in die Schweiz. Als er 1946 zurückkehrt, entstehen in den Folgejahren seine berühmten Figuren. Giacometti ist auf dem Weg weltweit Berühmtheit zu erlangen. Einzelausstellungen, Ankäufe von Museen, Retrospektiven in den USA und Europa preisen seine Arbeiten.

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