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25.01.2013
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Luxusuhrenmesse SIHH
Zeit läuft gut

Von Michèlle Mussler

Raffinierte Taktgeber: Die neuen Luxusuhren
Fotos
Lange

Auf der exklusiven Uhrenmesse SIHH trifft sich eine erfolgsverwöhnte Branche. Deren Kunden akzeptieren nahezu jeden Preis für die Egoverstärker und Handgelenksschmeichler - sogar die knapp zwei Millionen Euro, die die "Grand Complication" von A.Lange & Söhne kosten soll. Ein Messerundgang.

Genf - Nobel geht es auf den 30.000 Quadratmetern der SIHH zu. Auf der exklusivsten Uhrenmesse der Welt präsentieren 16 dem Richemont-Konzern verbundene Hersteller ausgewählten Händlern und Kunden ihre neuen Preziosen. Die globale Hautevolee kommt nicht nur in italienischen Tuch oder französischer Edelschneiderei, sondern auch schon mal im Sari oder Kaftan, mit Kippa oder einem Turban. Die meisten haben gute Laune.

Kein Wunder, denn die Luxusuhrenbranche plagt höchstens das Problem, nicht genug produzieren zu können. Einer der Gründe dafür ist, dass immer mehr Hersteller nicht die vorgefertigten Eta Basiskaliber von der Swatch Group verwenden können, sondern im eigenen Haus produzieren müssen. Der größte Uhrenkonzern benötigt nämlich selber die Werke, um der enormen Nachfrage besonders aus der Boomregion Asien nachzukommen, und fährt die Auslieferung an andere sukzessive herunter.

Zwar kommt das für die Marken nicht überraschend, dennoch braucht es Zeit, auszubilden, ausreichend Manpower und Produktionsraum zu schaffen. Beispielsweise fertigt der Taucheruhrenspezialist Panerai 75 Prozent seiner Werke selber, weshalb der Endkunde etwa 1000 Euro mehr für solch eine Eigenproduktion hinblättern darf.

Ein anderer Grund für die stets steigende Preisentwicklung ist, dass weltweit immer häufiger Manufakturuhren, vor allem Goldexemplare sowie limitierte Editionen, als renditeträchtiges Investment angesehen werden. Doch all das wird von der enormen Gier nach Luxusgütern in Fernost übertroffen.

Chinas Gier nach Luxus treibt die Preise

Zwar hatte Richemont im dritten Quartal 2012 zu spüren bekommen, dass hier die Nachfrage nicht mehr so rasant wächst wie in den Jahren zuvor. Konzernweit waren die Erlöse von Oktober bis Dezember auf 2,86 Milliarden Euro gestiegen - bereinigt um Wechselkurseffekte war das ein Plus von 5 Prozent, Analysten hatten mit 8,9 Prozent gerechnet. Asien-Pazifik ist mit 1,1 Milliarden Euro dennoch inzwischen die umsatzstärkste Region für Richemont, gefolgt von Europa.

"So lange alles in China verrückt spielt, wird sich auch an der überdrehten Preispolitik nichts ändern", erklärt Uwe Beckmann, Geschäftsführer bei Wempe. Seit Jahren ist er einer der zwei Hauptuhreneinkäufer der Juwelierkette, die als eine der größten Uhrenhändler Europas gilt, und muss ständig beim Einkauf nach Luft schnappen. Wer die Preiskapriolen nicht akzeptiert, hat dann eben Pech gehabt.

Die Marken eröffnen inzwischen selber zahlreiche Boutiquen in Eins-a-Lagen, um näher am Kunden zu sein, wie es offiziell heißt. Dahinter steckt aber das Abgreifen von Marktsegmenten, mehr Unabhängigkeit von den Händlern und das Einheimsen der kompletten Marge. Um die Begehrlichkeit zu schüren, offerieren sie zudem exklusive Boutiquemodelle.

"Als wir vormittags um 10 Uhr die SIHH-Modelle auf unserer Homepage präsentierten, gab es bis zum Abend in unserer Münchner Boutique an die 300 Anrufe", erklärt Marcel Rössner, Brandmanager von Panerai. Doch im vergangenen Jahr fühlten sich so viele treue Paneristi, wie sich Panerai-Liebhaber selbst bezeichnen, vor den Kopf gestoßen, weil es in ihrer Region keine Boutique gibt, "weshalb wir 2013 keine exklusiven Boutiqueversionen mehr lancieren", verspricht Rössner.

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