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31.01.2013
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Musikevent
Ein Orchester für Matrix

Von Alexandra Knape

Filmmusik: Klassiker mit Live-Effekt
Fotos
NDR/Marco Ehrhardt

"2001 - Odyssee im Weltall", "Matrix", "Metropolis" oder "Oktober" - der Dirigent Frank Strobel begleitet Filmklassiker mit Live-Konzerten. Zusammen mit renommierten Symphonieorchestern weltweit lässt er aus einem einfachen Kinobesuch ein musikalisches Hörerlebnis entstehen.

mm: Herr Strobel, Sie dirigieren weltweit Orchester und spielen Filmmusik. Welchen Status hat Filmmusik im Vergleich zu den großen Werken berühmter Komponisten?

Frank Strobel: Es gibt wie in allen anderen Sparten auch, bedeutende und unbedeutende Filmmusik. Ich sehe da keinen Unterschied zur Konzert- und Opernmusik.

mm: Filmmusik ist ihr Leben, wie kamen Sie dazu?

Strobel: Durch meine Eltern, die Kinos betrieben, bin ich quasi im Kino aufgewachsen. Und Musik gehört einfach zum Film. Meine Liebe zur Musik habe ich vor allem durch die großen Stummfilme entdeckt. Musik illustriert nicht nur die Bilder, die Filmbilder leben mit der Musik.

mm: Sie haben schon Metropolis von Fritz Lang und Oktober von Eisenstein live dirigiert. Inzwischen dirigieren Sie aber nicht nur Stummfilme, sondern auch moderne Filmklassiker - wie beispielsweise Matrix, den ersten Teil.

Strobel: Ja, wir spielen live zum Film zum Beispiel mit der NDR Radiophilharmonie. Das sind große Produktionen, die relativ aufwändig sind in der Vorbereitung. Allein was die Lizenzen und die Technik angeht. Zudem rauben wir einem Film eine Tonspur. Das alleine verändert schon die Wahrnehmung eines Filmes. Wenn wir dann die Musik live spielen, verändert das natürlich auch den Film, zudem es jedes Mal anders klingt.

mm: Wie stimmen Sie das Orchester auf die Bilder ein?

Strobel: Das Orchester sitzt in der Regel mit dem Rücken zur Leinwand und ich gebe vor, wann die Einsätze kommen. Der Dirigent muss für die Synchronisierung von Musik und Film sorgen. Das erfordert höchste Aufmerksamkeit. Natürlich muss ich den Film dafür sehr gut kennen und mich gut vorbereitet haben. Die Musiker des Orchesters müssen sich dagegen auf etwas Neues einlassen, denn anders als bei reinen Konzerten gibt es beim Film laufend überraschende Änderungen des Musiktempos wie auch Generalpausen und dann wieder plötzliche Einsätze. Dann kommen noch Einspielungen von besonderen Effekten dazu, die man bei konzertanten Konzerten natürlich nicht hat. Die Musiker müssen mit höchster Aufmerksamkeit über die gesamte Dauer des Films agieren. Es ist sehr wichtig, dass sie genau darauf achten, was ich mache.

mm: Wie viel Musik muss ein Film haben?

Strobel: Matrix ist beispielsweise zwei Stunden und 20 Minuten lang, davon spielen wir zwei Stunden.

mm: Wie lange müssen Sie für die Aufführungen proben?

Strobel: Wir fangen in der Regel drei Tage vor der Aufführung an. Insgesamt haben wir vier bis höchstens sieben Proben.

mm: Proben Sie gleich mit Film?

Strobel: Nein. Erst in der letzten Probe vor der Generalprobe nehmen wir den Film dazu.

mm: Ist es schwieriger einen modernen Film oder einen Stummfilm zu dirigieren?

Strobel: Bei Stummfilmen nutze ich in der Regel keine elektronischen Hilfen, sondern ich versuche mich ganz auf den Film einzulassen. Die Filme folgen bestimmten Mustern im Schnitt. Wenn jemand über die Leinwand läuft und sich dann hinsetzt kann ich das musikalisch umsetzen. Ich fange an, den Film zu atmen. Bei modernen Filmen sind die Techniken ja viel weiter entwickelt, da nutze ich Hilfsmittel wie beispielsweise einen Timecode im Bildschirm und ein Metronom im Ohr.

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