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18.01.2013
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Exklusive Uhrenmesse SIHH
Zeit für Reichtum

Von Maren Hoffmann

SIHH: Das Gipfeltreffen der Luxusuhrenhersteller
Fotos
Piaget

Die exklusivste Uhrenmesse der Welt öffnet am Montag ihre Pforten - allerdings nicht für jeden: Beim Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) kann man die Neuheiten nur mit persönlicher Einladung bewundern. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack auf die tickenden Schönheiten.

Hamburg - Die Luxusuhrenbranche ist im tosenden Meer der Weltwirtschaft so etwas wie eine der letzten Inseln der Seligen. Probleme kennt man hier wenige - außer vielleicht, dass die Fertigungskapazitäten nicht ausreichen, um alle Kundenwünsche zu erfüllen. Aber diese Knappheit ist andererseits natürlich auch Bestandteil des Geschäftsmodells.

Die Branche konnte sich zuletzt über Umsatzzuwächse von knapp 30 Prozent freuen, ein Ende der erfreulichen Geschäftsentwicklung ist nicht abzusehen - das mag auch damit zusammenhängen, dass in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit handwerklich gefertigte Luxusuhren als Investitionsgut interessant sind; ein problemlos transportabler, realer Wert, der mit ein bisschen Glück mehr Rendite erbringt als die meisten anderen Investments.

Auf der SIHH, dem Salon International de la Haute Horlogerie in Genf (21. bis 25. Januar), lässt sich bestaunen, was den Herstellern Neues eingefallen ist. Sie ist eine der exklusivsten Messen der Welt, Zutritt hat man nur mit persönlicher Einladung. Hier zeigen die Luxusuhrenmarken aus dem Umfeld des Richemont-Konzerns ihre wertvollsten Stücke und Neuheiten. Als Grundregel kann gelten: Wer nach dem Preis fragen müsste, kann sich die Uhr ohnehin nicht leisten.

"Es geht nicht um große technische Innovationen - die großen technischen Innovationen bei mechanischen Uhren sind meist mehr als 100 Jahre alt", stellt Marcus Behnke klar, der Betreiber des großen deutschen Uhrenforums Watchlounge. Das zeigt sich auch in der bei vielen Herstellern immer noch eher in die Vergangenheit als in die Zukunft gerichteten Blick. Der Retrotrend scheint unkaputtbar, die Formensprache der 1950er Jahre erlebt in manchen Zeitmessern ein Revival.

Status ohne Protzen

Aber die Art, wie diese Uhren getragen werden, hat sich seither schon grundlegend geändert. "Ein Trend ist derzeit sicher die Verquickung von Formensprache und Funktionen einerseits aus dem sportiven Bereich wie den Flieger-, Segler- oder Taucheruhren mit andererseits großen Komplikationen, wie sie früher eher typisch für elegante Uhren waren", sagt Behnke.

Die Uhr als das einzige Schmuckstück, das ein Mann mit Würde tragen kann (vom Ehering einmal abgesehen), taugt aber nicht nur zur Inszenierung der eigenen Individualität. "Uhren sind auch eine Möglichkeit, Status zu demonstrieren, ohne auffällig zu protzen - wenn man mit einem ultrateuren Sportwagen unterwegs ist, gilt man leicht als Blender", gibt Behnke zu bedenken, "wenn man dagegen eine zweieinhalb Millionen Euro teure Uhr am Handgelenk trägt, können nur andere Kenner deren Wert ermessen - und man selbst kann sich an diesem Luxusgegenstand erfreuen, ohne ihn je aus den Augen lassen zu müssen."

So gut es den Herstellern auch geht und so traditionell die Branche auch orientiert ist, die Neuerungen schon immer skeptisch beäugt hat, nach neuen Wegen muss sie dennoch suchen. Neue Kommunikations- und Handelsformen machen auch vor der Insel der Seligen nicht halt, die Käufer erwarten direkteren Kontakt zur Marke - und immer mehr Hersteller kommen ins Grübeln, ob die zuweilen doch recht üppigen Margen der Juweliere nicht doch besser im eigenen Haus aufgehoben wären. "Auf der SIHH wird ein beherrschendes Thema auch die Gestaltung des Verkaufsprozesses sein. Derzeit ist der Hauptvertriebsweg immer noch der klassische Juwelier, aber der Wunsch der Hersteller wird größer, die Beziehung zum Endkunden verstärkt selbst in die Hand zu nehmen - etwa in eigenen Markenboutiquen oder über ein direktes Kundenfeedback", hat Behnke beobachtet.

Die klassische Aufteilung - für die Herren die Technik, für die Damen die Diamanten - ist immer noch vorherrschend; auch in den Uhrenforen und -communities zum Thema Luxuszeitmesser, in denen derzeit die Neuheiten der SIHH schon heiß diskutiert werden, sind vorrangig Männer unterwegs, die gerne über Feinheiten von Tourbillons und Handaufzügen fachsimpeln.

Aber auch hier werden die Grenzen langsam durchlässiger. Nicht nur, dass es, anders als vor wenigen Jahrzehnten, keinen klaren Dresscode mehr für Uhren gibt und man auch große Sportuhren zum feinen Anzug trägt, ohne das als Stilbruch wahrzunehmen. Viele Frauen, die es im Beruf weit nach oben gebracht haben, übernehmen auch gern das passende männliche Statussymbol - und so sieht man großformatige Herrenchronometer auch zunehmend an feinen Handgelenken, als bewusst inszenierten Kontrast.

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