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14.01.2013
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Nach Insolvenz
Interlübke wagt den Neustart

Von Alexandra Knape

Interlübke: Schlank und leicht
Fotos
Interlübke

Rechtzeitig zur Kölner Möbelmesse Imm Cologne leitet Interlübke seinen Neustart ein. Vor gerade einmal drei Monaten hatte der Möbelhersteller Insolvenz angemeldet, nun steht der Sanierungsplan. Geschäftsführer Leo Lübke ist optimistisch - auch dank der Zugeständnisse der Mitarbeiter.

Köln - Leo Lübke hat es geschafft. Noch am Montagmorgen war der neue beziehungsweise alte Geschäftsführer des Möbelherstellers Interlübke auf der Gläubigerversammlung in Bielefeld, um sich den Segen für das Sanierungsprogramm zu holen. Nun steht er auf der Möbelmesse Imm Cologne in Köln auf dem Messestand von Interlübke und präsentiert das Sortiment des Herstellers von Premiummöbeln.

"Wir wollen den Beginn einer neuen Ära besiegeln", sagt Lübke gegenüber manager magazin online. Im Programm befinden sich Kommoden, Regale, Raumtrenner und Schranksysteme. Das Sortiment ist reduziert, dafür aber variantenreicher geworden.

Vor rund drei Monaten hatte der Geschäftsführer des Familienunternehmens aus Rheda-Wiedenbrück Insolvenz angemeldet. Seit 2009 schrieb Interlübke dem Vernehmen nach Verluste. Zu lange habe der Hersteller zum Beispiel an der Herstellung von Schrankwänden festgehalten, die längst nicht mehr zum Statussymbol gehörten wie noch vor einigen Jahren, hieß es in der Branche. Auch produziere der Hersteller in zu großen Hallen mit zu hohem Personalaufwand.

Mitte vergangenen Jahres zog der Firmenerbe die Reißleine und kündigte einen Stellenabbau von 40 Arbeitsplätzen bei rund 290 Stellen an. Gereicht hat es nicht, zudem Interlübke die Effekte erst in diesem Jahr spüren wird. Im Oktober wurde schließlich Rechtsanwalt Norbert Küpper zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen. Zusammen mit Lübke leitete er die Sanierung des Unternehmens ein.

Kosten reduziert - Zugeständnisse der Mitarbeiter

"Wir haben alles auf den Prüfstand gestellt und die Kostenseite völlig neu strukturiert", sagt der Insolvenzverwalter im Gespräch mit manager magazin online. Die Betriebsflächen wurden verringert, Maschinen aussortiert, die nicht mehr gebraucht werden, und die eigene Fahrzeugflotte reduziert. Vor allem hätten die Mitarbeiter mitgezogen, sagt Küpper.

Das betont auch Leo Lübke. Die Belegschaft habe noch einmal Zugeständnisse gemacht - auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet, die Arbeitszeit ohne Ausgleichszahlung verlängert. Zudem mussten nochmal Stellen abgebaut werden, nunmehr sind es 245 Arbeitsplätze. Lübke, der in dritter Generation den Möbelhersteller leitet, erklärt weiter, das Unternehmen habe sich für eine Plattformstrategie entschieden, die verschiedene Kombinationen und Varianten der Systemmöbel zulasse.

Gleichzeitig sei die Produktion durch einheitliche Raster vereinfacht worden, ohne dabei an Qualität zu verlieren. "Die Produktion ist nun effizienter und schlanker, das Produktportfolio gestrafft", resümiert der Geschäftsführer.

Lübke, der auch den profitablen Sitz- und Polstermöbelspezialisten Cor leitet, blickt optimistisch in die Zukunft. In diesem Jahr peilt er für Interlübke einen Umsatz von rund 32,5 Millionen Euro an. Am Ende soll eine schwarze Null stehen, wenn möglich ein Gewinn.

Das Marketing und den Export will Lübke mit dem Hersteller Cor enger verzahnen, genauso den Bereich Objekte, wenn es um die Ausstattung zum Beispiel von Hotels ginge. Dann soll jeweils ein Ansprechpartner für beide Unternehmen den Kunden zur Verfügung stehen.

Die Möbel will Lübke weiterhin über den Fachhandel verkaufen. Rabattschlachten wie bei Möbel Höffner und Co. lässt das Unternehmen so aus, hofft der Manger. Seiner Einschätzung nach wird sich der Markt in diesem Jahr hierzulande stabil entwickeln. Aufholen müsse Interlübke jedoch im Export, auch wenn die Krise in Europa noch nicht ausgestanden sei. In einigen Ländern ließen sich aber schon Verbesserungen beobachten, macht sich der Unternehmer Mut.

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