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09.01.2013
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Minimalismus
Danke für nichts

Mit weniger leben: Der Minimalist entrümpelt Wohnung und Geist
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TMN

Minimalismus heißt, mit möglichst wenig Gegenständen zu leben. Aber das ist erst der Anfang: Es geht vor allem darum, Raum zu schaffen für neue Ideen. Nicht bloß anders wohnen, sondern auch anders leben. Drei Minimalisten sprechen über ihre Erfahrungen.

Berlin - Ausmisten, überflüssige Dinge spenden, weniger verbrauchen und besitzen: Was früher als bewussteres Leben galt, ist unter dem Schlagwort Minimalismus ein echter Trend geworden. Es geht dabei um mehr als bloßes Entrümpeln. "Es kommt nicht darauf an, wie viele Dinge man besitzt, sondern wie sehr einen die Dinge besitzen", erklärt Sebastian Michel aus Berlin seine Philosophie. Er ist einer der wenigen bekannten Blogger zu dem Thema in Deutschland.

Michael Klumb aus Bergisch Gladbach hat sich von 2500 CDs getrennt. "Es ist nicht das Stück Plastik, sondern was du damit verbindest", sagt der 30-Jährige. "Den ersten Song, den ich auf Platte hatte, kann ich auch per Internetradio hören." Und Klumb hat 200 Bücher verschenkt oder gespendet. "Heute habe ich einen Büchereiausweis und immer noch Zugriff, aber mehr Platz." Ein Wok hat Mikrowelle und Küchenmaschine ersetzt.

Das Ausmisten hat für Klumb ganz praktische Gründe gehabt: In seiner Ein-Zimmer-Wohnung fallen Essen, Schlafen und Arbeiten auf 42 Quadratmetern zusammen. Minimalistisches Wohnen ist aber kein Bedürfnis, das nur aus Platznot entsteht. Der "Down-Shifter" Oliver Lauberger aus Frankfurt am Main hat seine Eigentumswohnung bewusst aufgegeben, als er mit seiner Freundin zusammenzog. "Die Wohnung war wie ein Klotz am Bein", sagt der 48-Jährige. Er trennte sich von Büchern, CDs, Platten, Fernseher, Stereoanlage, Regalen und Schränken. Stehpult und Laptop ersetzten Schreibtisch und Desktop-PC.

Ruhige Flächen, gerade Linien

Als Schreiner baut Lauberger seine Möbel selbst. "Das kostet Zeit und Geld. Aber über einen Tisch brauche ich mir dann bis zum Lebensende keine Gedanken mehr machen." Auf Dauer lebe es sich damit sogar günstiger. "Ich verwende natürliche Materialien, sowohl aus ökologischen als auch haptischen Gründen." Einzelstücke müssten im Raum zur Geltung bekommen. Der Rest soll schlicht sein: ruhige Flächen, gerade Linien und möglichst wenig Dekoration.

Die Abwägung zwischen Qualität und Quantität macht für Lauberger letztlich das minimalistische Element aus. "Lieber weniger gute Möbel, die dafür sehr hochwertig sind." Diese seien angelehnt an den skandinavischen Stil, Industrial Design oder Bauhaus. Michael Klumb mag auch Design, das sich dem Zen-Buddhismus anlehnt - quasi die asiatische Variante eines puristischen Stils.

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