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26.12.2012
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Frankreichs Kunstmarkt
Duell der Giganten

Frankreichs Kunstmarkt: Duell der Giganten
Fotos
DPA

Im Ringen um die Vormachtstellung auf dem französischen Kunstmarkt liefern sich in Paris zwei Spitzengalerien einen Großkampf: Larry Gagosian, der amerikanische Kunstkönig, und Thaddaeus Ropac, einer der wichtigsten Kunsthändler Europas.

Paris - Wer ist der Größte im ganzen Land? Der amerikanische Galerist Larry Gagosian, der in der Kunstwelt gern "König von New York" genannt wird, oder der österreichische Kunsthändler Thaddaeus Ropac? Beide kämpfen um den Spitzenplatz auf dem europäischen Kunstmarkt. In Paris liefern sie sich ein Gefecht um die größte Galerie, die teuersten Künstler und die kaufkräftigsten Sammler. Beide Top-Aussteller sind in Paris bereits mit Galerien vertreten. Nun haben sie Mega-Dependancen eröffnet, in der beide auch noch denselben Künstler zeigen. Ropac zeigt von Anselm Kiefer die Millionen teuren Materialbilder, Gagosian dessen monumentale Skulptur "Morgenthau-Plan".

Es ist ein Duell mit gleichen Waffen. Sowohl Gagosian als auch Ropac haben seit Mitte Oktober ihre größte Galerie in Europa. Gagosian hat seine knapp 2000 Quadratmeter große Mega-Filiale in Bourget eröffnet, einem nordöstlich von Paris gelegenen Vorort. Dafür ließ er ein langgestrecktes Industriegebäude aus den 50er Jahren von dem Stararchitekten Jean Nouvel umbauen. Der französische Baumeister hat daraus in drei Monaten eine "white box" gezaubert: einen riesigen Raum ohne Säulen und mit einem Mezzanin, von dem aus man eine Vogelperspektive auf die Werke hat.

Der Kampf ist ein Zeichen dafür, dass Frankreich auf dem Kunstmarkt in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Anfang 2000 ließen sich die Titanen der Auktionsbranche in Paris nieder: Sotheby's im Jahr 2001 und Christie's ein Jahr später.

Gagosian: Milliardenschwere Galerie

Die neue Gagosian-Galerie liegt unweit des Pariser Flughafens Le Bourget, der für den Geschäftsflugverkehr und Flugshows benutzt wird. Für Gagosian-Kunden mit Privatflugzeug ein idealer Standort. "Nord- und Südamerikaner machen auf ihrem Weg nach London oder anderen Städten in Europa gern in Paris Zwischenstopp", erklärt die Galerieleiterin Serena Cattaneo.

Auch Larry Gagosian mag Paris. Vor zwei Jahren hat er in der französischen Hauptstadt seine erste Galerie in Paris in der Nähe der Champs-Elysées eröffnet: 900 Quadratmeter auf vier Etagen. Gagosian soll durchschnittlich über eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr verzeichnen. Bourget ist die zwölfte Galerie des Millionärs. Eröffnet hat er sie vor zwei Jahren mit einer Ausstellung von Cy Twombly, dessen Werke sich im siebenstelligen Bereich verkaufen.

Der Österreicher Ropac hat seine neue Galerie in Pantin eröffnet. Es soll die größte in Frankreich sein: rund 4700 Quadratmeter, davon 2000 für Ausstellungen, der Rest für Performances und Tanz. "Wir haben hier für Künstler die Möglichkeit geschaffen, sich auszudrücken, ohne durch räumliche Zwänge eingeschränkt zu werden", sagte der 52-jährige Kunsthändler. Auch diese Galerie liegt im Nordosten von Paris.

Ropac: Seit 30 Jahren im Geschäft

Baselitz, Cragg, Gilbert & George, Kiefer: Ropac vertritt Künstler, deren Werke nach Platz schreien. Vor allem die von Kiefer, den Ropac bereits 2011 in seiner Pariser Galerie ausgestellt hatte - nur nicht unter denselben Bedingungen wie nun in Pantin. Unter dem Titel "Die Ungeborenen" sind bis zum 27. Januar mehr als 20 Werke des Deutschen zu sehen. In einem weiteren Gebäude stellt Ropac einen zweiten namhaften Künstler aus: Joseph Beuys, bei dem er als 22-Jähriger assistierte.

Ropac ist seit bald 30 Jahren im Geschäft. 1983 hat er seine erste Galerie in Salzburg eröffnet, wo er vor zwei Jahren mit einer neuen Eröffnung von sich reden machte: eine insgesamt 2600 Quadratmeter große Kunsthalle in einem Vorort der österreichischen Stadt. Pantin ist seine vierte Galerie.

Dass Paris auf dem Kunstmarkt eine wichtige Rolle spielt, hat der Global Player schon früh erkannt. Ohne seine Pariser Aktivität würde er heute womöglich nicht in der Spitzenliga mitmischen, wie er der Fachzeitschrift "art - Das Kunstmagazin" gestand. "Ich sehe Paris mittlerweile schon als das eigentliche Zentrum an. (.) Ohne Paris, die Internationalität und Erreichbarkeit dieser Metropole wären wir nicht da, wo wir heute sind. Das hätte sich von Salzburg aus allein nicht machen lassen."

Sabine Glaubitz, dpa

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