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04.12.2012
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Privatinseln
Ein Leben für das Eiland

Von Alexandra Knape

Privatinseln: Oasen im Meer
Fotos
Vladi Private Islands

Der Inselmakler Farhad Vladi verkauft seit mehreren Jahrzehnten Inseln rund um die Welt. Nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA sind zum Teil auch die Preise der Eilande dramatisch in die Tiefe gestürzt. Staaten, Länder und Naturschutzorganisationen machen sich das zunutze.

mm: Herr Vladi, Bankenkrise, Euro-Krise, Immobilienblase. Können Sie derzeit noch Inseln verkaufen?

Vladi: Ja, natürlich. Allerdings hat sich der Markt komplett gewandelt.

mm: Inwiefern?

Vladi: Ich verkaufe seit den 70er Jahren Inseln auf der ganzen Welt. Vor ein paar Jahren wurden Inseln zu zum Teil horrenden Preisen verkauft. Heutzutage trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Preise sind deutlich nach unten gegangen. Nun zeigt sich welche Inseln Qualität haben und welche nicht.

mm: Und welche Inseln haben Qualität?

Vladi: Das sind Inseln, die leicht erreichbar sind, die eine gute Ausstattung und eine hübsche Erscheinung haben. Das macht Qualitätsinseln aus. Solche Inseln halten sich im Preis, andere leiden unter einem massiven Wertverlust.

mm: Wo stellen sie einen solchen Preisverfall fest?

Vladi: Das betrifft besonders karibische Inseln. Noch vor ein paar Jahren wurden hier Inseln zu Höchstpreisen verkauft. Ein großer Teil davon sind aber Inseln, die ich eher als Abenteuerinseln bezeichnen würde. Sie erfüllen einfach nicht die Kriterien einer Qualitätsinsel. Zum Teil sind sie noch nicht einmal bebaut und lassen sich schlecht erreichen. Natürlich gibt es in der Karibik auch gute Inseln, die ihren Preis halten können. Dennoch, der Inselmarkt bereinigt sich gerade.

mm: Wer sind ihre Käufer?

Vladi: Der Kanadische Staat ist derzeit mein bester Kunde, dann kommen Nature-Trust-Organisationen.

mm: Und Privatleute?

Vladi: Natürlich gibt es die auch, aber derzeit sind es vor allem Länder und Staaten, die private Inseln aufkaufen. Kanada macht das sehr stark derzeit. Dort werden Gutachten angefertigt und dann die Besitzer gefragt, ob sie verkaufen wollen. Auch in den USA sind es häufig die einzelnen Bundesstaaten, die Privatinseln aufkaufen. Meist sind die Inseln unbebaut.

mm: Angesichts der niedrigen Preise, dürfte es für Privatleute wenig attraktiv sein, ihre Inseln zu verkaufen, die sie für einen höheren Preis gekauft haben.

Vladi: Nun, ein Verkauf kann verschiedene Gründe haben. Oft sind es familiäre Gründe wie beispielsweise Krankheit, Scheidung oder Tod. Manchen Besitzern ist dagegen der Unterhalt der Inseln zu aufwändig und manchmal sind es Bankhäuser, die Ausstände und Kredite einfordern und den Verkauf erzwingen. Das ist natürlich wenig lukrativ. Zeitdruck lässt dann die Preise sinken. So ist das beispielsweise bei der US-Insel Nautilus Island zu beobachten gewesen. Zunächst für acht Millionen Dollar eine Zeitlang auf dem Markt, wurde sie im November vergeblich auf einer Auktion angeboten. Nun ist der Verkäufer offen für Angebote.

mm: Mit anderen Worten, die Inselblase ist geplatzt. Das hatten Sie in einem Interview mit mmo vor fast fünf Jahren bereits angekündigt.

Vladi: Ja, der Preisrutsch ist eng mit der Immobilienblase in den USA verbunden. Während sich noch vor ein paar Jahren besonders US-Amerikaner auf karibische Inseln gestürzt haben, warten die potenziellen Käufer heute länger, um ein wirklich gutes Objekt zu kaufen. Inseln in Europa gehen dabei fast immer gut.

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  • Copyright: Vladi Private Islands
    Vladi Private Islands
    Farhad Vladi gilt als einer der größten Inselmakler der Welt. Neben dem Hauptsitz seiner Firma Vladi Private Islands am Hamburger Ballindamm betreibt er Büros im kanadischen Halifax und in Wellington auf Neuseeland.









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