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07.11.2012
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Die schönsten Gärten der Welt
Grüner wird's nicht

Von Maren Hoffmann

Grüne Paradiese: Die schönsten Gärten der Welt
Fotos
Johann Kräftner / Imago Brandstätter Images

15 Jahre lang hat Johann Kräftner die schönsten Gärten der Welt bereist. Daraus ist ein opulenter Bildband entstanden. Mit manager magazin online sprach der Architekt, Kunsthistoriker und Fotograf über die Vielfalt der Gartenkulturen und den neuen Trend zum Nutzgarten.

mm: Sie sind 15 Jahre lang durch die Welt gereist und haben Gärten fotografiert. Haben Sie einen Lieblingsgarten gefunden?

Kräftner: In dieser Kategorie denke ich eigentlich nicht. Aber vor kurzem war ich in Kyoto, im Garten der kaiserlichen Katsura-Villa. Und wenn man diesen Garten gesehen hat, hat man alle Gärten gesehen. Der ist topographisch wunderbar. Es ist alles so simpel und elegant und unglaublich poetisch. Teehäuser laden zum Verweilen ein. Es gibt sogar einen eigenen Pavillon zur Betrachtung des Mondes. Von diesem Garten hat die westliche Architektur der Moderne vieles gelernt, was sie dann später für sich beansprucht hat.

mm: Mal ganz grundsätzlich gefragt: Welchen Nutzen haben Gärten für Menschen?

Kräftner: Man kommt schnell herunter und vergisst die Welt draußen. Man taucht in eine Gegenwelt ein, die losgekoppelt ist von der realen Welt und doch einen abstrakten Bezug zu ihr hat. Man kann ausruhen.

mm: Gärten waren früher auch Ausdruck von fürstlichen Machtstrukturen, von Beherrschung und Deutungshoheiten. Wer legt heute noch spektakuläre Gärten an? Und mit welcher Absicht?

Kräftner: Die Gewichte haben sich verschoben. Gärten und Parks sind aber immer ein Mittel der Stadtplanung gewesen, die einem Ort zu besonderer Bedeutung verhelfen sollen. Ein prominentes Beispiel dafür ist der High Line Park in New York. Auf einer ehemaligen Hochbahntrasse ist vor drei Jahren ein Park eröffnet worden, der als belebte Achse einen ganz neuen Impuls für die Nutzung und das Erleben des Stadtteils gesetzt hat. Und Museen geben mit modernen Gärten Skulpturensammlungen einen neuen Rahmen. Heute sind sogar Friedhöfe Orte der Erholung und der Reflexion. Wie der Skogskyrkogården bei Stockholm, wo man weitläufig durch die Landschaft streift und sich an Vergangenes erinnern kann.

mm: Können wir heute einen historischen Garten so wahrnehmen, wie er ursprünglich gemeint war? Also: Erschließt sich Gartenkunst auch dem unvoreingenommenen Betrachter, oder muss man viel wissen, um viel zu sehen?

Kräftner: Ein Garten ist immer eine Kunstform, und generell gilt natürlich, dass man viel Information braucht, um Kunst zu verstehen. Aber bei Gärten kann dieses Verständnis auch spärlich sein. Wenn ich allerdings wissen will, wie ein historischer Garten etwa in Europa mal gemeint war, muss ich etwas über höfische Kultur wissen. Über die Feste, die dort gefeiert werden. In manchen Gärten kann man das sogar nacherleben. Wenn solche Feste allerdings in eine Eventkultur ausarten, die die Gärten überschwemmt und verwüstet, ist das kontraproduktiv - das kommt leider auch immer wieder vor. Aber wenn man in einem höfischen Garten in einer kleinen Gesellschaft unterwegs ist und dort gepflegt picknickt, kommt man dem ursprünglichen Erlebnis schon recht nahe.

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Zur Person

  • Copyright:
    Johann Kräftner ist Direktor der Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz-Wien. Der Fotograf und Autor hat Architektur studiert und sich auf Kunstgeschichte und Konservierung spezialisiert. Für sein Buch "Gartenparadiese" bereiste er 15 Jahre lang die schönsten Gärten der Welt.

Buchtipp

Johann Kräftner
Gartenparadiese

Meisterwerke der Gartenarchitektur

700 farbige Fotos. Brandstätter Verlag, September 2012, gebunden, 432 Seiten, 49,90 Euro

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