Stilmanager magazin RSS  - Stil

Alle Artikel und Hintergründe


20.10.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Hollywoods Garderobe
Kleider machen Filme

Kein Film ohne Kostüme. Was wäre Johnny Depp ohne Piratentuch und schmuddeliges Hemd im "Fluch der Karibik"? Oder Königin "Elizabeth I." ohne ihre opulente Garderobe? Eine spektakuläre Ausstellung in London erzählt von den Geschichten der Hollywoodcharaktere aus Stoff und Faden.

London - Kostüme sind in Filmen mehr als nur Kleidungsstücke. Wie stark sie daran mitwirken, einen Charakter zu schaffen und eine Figur lebendig zu machen, bekommt der Zuschauer oft gar nicht mit. Aber was wäre Audrey Hepburn alias Holly Golightly in "Frühstück bei Tiffany's" ohne ihr legendäres kleines Schwarzes? Oder Marlene Dietrich ohne Herrenanzug und Zylinder?Hinter einem funktionierenden Kleidungsstück auf der Leinwand steckt ein Geschichtenerzähler mit Nadel und Faden, zeigt jetzt eine Ausstellung im Victoria und Albert Museum (V&A) in London.

Die spektakuläre Schau ist laut V&A die erste ihrer Art und versammelt mehr als 130 Originalkostüme - darunter reihenweise Filmlegenden. Das Ganze ist ein Fest fürs Auge und dürfte sich schnell zum Blockbuster entwickeln. "Hollywood Costume" läuft noch bis Ende Januar 2013. Doch hinter der schönen Fassade verbirgt sich eine ganze Menge mehr, wie mit Hilfe von Drehbüchern, Interviews mit Kostümbildnern und Stars, Zeichnungen und anderem Hintergrundmaterial erklärt wird.

"Beim Kostümdesign geht es nicht um Modedesign, es ist ein kreativer Prozess, eine Charakterisierung", sagt Kuratorin Deborah Nadoolman Landis. "Jedes Objekt erzählt eine Geschichte." Schließlich ist das auch im wahren Leben so, wie die Schau aufschlüsselt. Jedes Kleidungsstück, jeder Schmuck, die Schuhe, die Armbanduhr - alles, was ein Mensch trägt, hat eine Geschichte, kommt irgendwoher, wurde irgendwo gekauft, vielleicht verändert, und aus bestimmten Gründen angezogen. Genauso muss das auch für einen Filmcharakter passieren, sonst wird die Figur schnell unglaubhaft.

Einen Charakter schaffen

Oft bleiben vor allem die Kleidungsstücke aus Kostümfilmen in Erinnerung, ausladende historische Roben zum Beispiel. Dabei ist es für Kostümbildner oft viel schwerer, Kleider für Filme zu machen, die im Heute spielen. Glamour spielt da meistens gar keine Rolle, wie Designerin Ann Roth erklärt: "Ich ziehe keine Filmstars an. Ich ziehe Schauspieler an, die Charaktere spielen."

Weil das Publikum Experte der modernen Mode ist, gilt für Filme aus dem Jetzt laut V&A die Devise: Am besten sind die Kostüme, wenn der Zuschauer sie gar nicht bemerkt. Manchmal kann das ein unscheinbarer Streifenpulli mit beiger Jacke wie für Matt Damon in "Ocean's Eleven" sein, oder ein verwaschenes schwarzes T-Shirt.

Am Anfang steht für den Kostümdesigner nur das Drehbuch, wird in der Schau erklärt. Zusammen mit dem Regisseur und dem Schauspieler entwickelt er dann Konkretes. Neben Farbe und Schnitt liegt der Trick auch im Detail, denn wenn eine Nahaufnahme gemacht wird, muss jeder Knopf und jedes Loch an der richtigen Stelle sein.

Die Kleider aber sind nicht nur für den Zuschauer da, sondern auch ein wichtiges Werkzeug für die Schauspieler, wie Oscar-Preisträgerin Meryl Streep in einem Interview für die Ausstellung erklärt: "In jedem Film sind die Kostüme die halbe Miete, um einen Charakter zu schaffen. Ich habe eine ganz deutliche Meinung dazu, wie meine Figuren präsentiert werden. Wir drücken sehr viel aus mit dem, was wir auf unsere Körper legen."

Von Britta Gürke, dpa

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Kopenhagen im Advent
Smushi, Glögg und feines Design
Gestaltung
Was die Stunde schlägt
Tipps für den Oldtimerkauf
Blecherne Liebe
Sternekoch Stefan Hermann
"Kochen ist Entspannung"

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?