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16.10.2012
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Racechairs
"Jeder Stuhl hat seine eigene Geschichte"

Von Torben Schultz

Stühle: Heiße Öfen auf fünf Rädern
Fotos
motoart

Die US-Designschmiede Racechairs montiert Sportwagensitze auf Bürostuhlgestelle. "Unsere Kunden kaufen den Sitz, den sie auch im Wagen haben", sagt Racechairs-Chef Ron Hansen - und verrät manager magazin online gleich noch, welchen Sportwagen er unbedingt ausschlachten will.

Er bringt Rennsportfans auf die Pole-Position - und zwar im Büro: Ron Hansen ist Gründer und Chef der Designstube Racechairs in Perkasie im US-Bundesstaat Pennsylvania, eine Autostunde von Philadelphia und zwei von New York entfernt. Dort montiert Hansen Sitze aus Edelautos wie Ferrari, Maserati, Lamborghini und Porsche auf handgefertigte Bürostuhlgestelle. Hansen verspricht, dass jeder seiner Racechairs ein Einzelstück ist: "Niemand wird jemals den selben Stuhl haben", sagt er. manager magazin online hat mit Hansen gesprochen.

mmo: Herr Hansen, was für ein Über-Ego braucht man eigentlich, um sich einen Bürostuhl mit Lamborghini-Sitz hinter den Schreibtisch zu stellen?

Hansen: Gar keins. Es reicht völlig, Liebhaber exotischer Autos zu sein. Unsere Kunden kaufen den Sitz, den sie auch im Wagen haben. Sie lieben das Statement eines maßgeschneiderten Stuhls aus einem Sportwagen, und das hohe Maß an Komfort und Qualität, das ein Bürostuhl von der Stange einfach nicht bietet. In letzter Zeit haben wir auch eine steigende Zahl von Kunden mit Rückenproblemen, die nach einer guten ergonomischen Lösung für lange Arbeitstage im Büro suchen.

mmo: Sind Sportwagensitze denn besonders geeignet für Menschen mit Rückenproblemen?

Hansen: Klar. Die großen Sitzhersteller wie TRW, Recaro oder Lears investieren jedes Jahr Millionen in die Entwicklung von Sitzen, die bequem und gleichzeitig ergonomisch sind, eine Nutzung über 100.000 Meilen überstehen und die Passagiere gleichzeitig noch bei Unfällen schützen. Der Schaum muss weich genug sein, um Straßenhuckel abzufedern, gleichzeitig aber auch hart genug, um Körper und Muskeln zu stützen. Und das alles für ganz verschiedene Körpermaße. Die Zahl unserer Kunden mit größeren Dimensionen steigt. Wir haben mit großen Erfolg Stühle verkauft, die bis zu 200 Kilo belastbar sind.

mmo: Wie lange dauert es, einen Racechair herzustellen?

Hansen: Die meisten Stühle brauchen weniger als 30 Tage. Wir bauen eine spezielle Konstruktion, um den Stuhl in einer angenehmen aufrechten Position zu halten - und das braucht Zeit. Außerdem lassen wir das Gestell in einer Autolackiererei lackieren. Das braucht bis zu zwei Wochen, weil unser Design sehr kurvig ist. Alles also recht arbeitsintensiv - aber das Warten lohnt sich.

mmo: Woher bekommen sie die Sitze?

Hansen: Wir haben Beziehungen zu einigen Herstellen, von denen wir direkt kaufen. Außerden arbeiten wir mit Rennställen zusammen, die Autos für Rennen auseinandernehmen. Und wir nehmen Sitze aus Wracks.

mmo: Sie holen Sitze aus Unfallwagen?

Hansen: Ein paar wenige kommen aus Wracks, und natürlich sind die Beschädigungen nicht so schwer, dass der Sitz in Mitleidenschaft gezogen wäre. Oft hat beispielsweise ein neuer Ferrari oder Lamborghini so viel finanziellen Schaden erlitten, dass der Besitzer ihn nicht länger behalten will - obwohl der Wagen noch ganz gut aussieht. Alle unsere Sitze werden aufwendig gesäubert und aufbereitet. Außerdem beschreiben wir auf unserer Webseite www.racechairs.com ganz individuell den Zustand des Leders und der Oberfläche. Will ein Kunde etwa einen Sitz aus einem Ferrari 360 in rotem Leder mit weißer Naht, bleibt uns oft nichts anderes übrig, als auf ein Wrack zurück zu greifen. Bei Händlern ist da meistens nichts mehr zu machen.

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Zur person

  • Copyright:
    Ronald Hansen, Jahrgang 1976, hat zehn Jahre in der Flugzeugindustrie gearbeitet, aber "den ganzen Tag von Autos geträumt", wie er sagt. Daher wechselte er zum Radhersteller BBS. Mit Hilfe seiner Kontakte aus der Autoindustrie baute Hansen 2004 seinen ersten Bürostuhl aus dem Sitz eines Ferrari F40. 2006 machte sich Hansen mit seiner Firma Racechairs selbstständig.









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