Donnerstag, 17. Januar 2019

Edle Fußballuhren Spielzeit für reiche Fans

Fußballuhren: Vereinstreue im Luxussegment
Hublot SA

Echte Fans kennen offenbar keinen Schmerz: Die offizielle Uhr des FC Bayern etwa kommt von der Edelmanufaktur Hublot, ist auf 200 Exemplare limitiert und kostet knapp 18.000 Euro. Vor allem in Asien finden Fußball-Sammleruhren großzügig Absatz.

München - Die Partnerschaft zwischen dem FC Bayern München und der Luxusuhrenmarke Hublot wurde zwar schon im Februar geschlossen. Doch erst nach einem halben Jahr stellten Jean-Claude Biver, Vorsitzender der Luxusuhrenmarke Hublot SA, und Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München AG, die außergewöhnliche Uhr in der Vereinszentrale an der Münchener Säbenerstraße vorstellen.

Bayern deswegen, weil der "Fußballclub ein weltweit bekannter Verein ist - eine Fußballlegende, eine Marke des Fußballs", sagt Biver. Ganz anders der zum wiederholten Mal Deutscher Meister Borussia Dortmund. "Er ist keine Legende. Wer kennt den außerhalb Deutschlands?", fragt sich der Hublot-Chef.

Die Hublot-Uhr besitzt ein etwas rustikales Design mit der über sechs Dekorationsschrauben befestigten Lünette, sie hat einen Durchmesser von 48 Millimeter und ist mit den Vereinsfarben Rot, Blau und Weiß dezent veredelt. Das Wappen versteckt sich bei der "3" auf dem durchbrochenen Zifferblatt. Die Uhr aus satiniertem Titan treibt ein mechanisches, skelettiertes Chronographenwerk vom Kaliber HUB4245 an - eine von La Joux-Perret umgebaute Mechanik des altbewährten Eta7750. Ein Automatikrotor hält die getragene Uhr in Schwung; eine abgelegte hat noch eine Gangreserve von 42 Stunden.

Der zentrale Minutenzähler des Chronographen hat eine rotblaue Skala, die bei 45 endet. Das ist normalerweise die Dauer einer Spielhälfte. Das Rot der Bayern ziert auch den Start/Stopp-Drücker und einen dünnen Streifen auf dem schwarzen Kautschuk-Armband. Das Datumsfenster versteckt sich etwas auf Höhe der "4". Der Boden ist aus beidseitig entspiegeltem Saphirglas.

Pull-Effekt durch Verknappung

Hublots Fußballuhren haben alle einen 45-Minuten-Zähler - das ist quasi das Fußballerische daran. Erstmals war der Luxusuhrenhersteller 2006 mit Manchester United eine erste Partnerschaft als "Official Timekeeper" eingegangen, es folgten noch zwei weitere.

Denn die auf jeweils 250 bzw. 500 Exemplare limitierten Uhren (Einzelpreis etwa um 18.000 Euro) verkauften sich überraschend schnell. Es war ein großer Erfolg, "vor allem in Asien", sagt Hublot-Chef Biver. Neben dem FC Bayern ging er Partnerschaften mit dem Clube de Regatas do Flamengo aus Rio de Janeiro, Ajax Amsterdam, Juventus Turin, dem mexikanischen Fußballverband FMF, dem europäischen Fußballverband Uefa und dem Weltfußballverband Fifa ein. Mehrfach verband sich Hublot mit dem früheren Fußballstar Diego Maradona.

Das Prinzip ist stets das Gleiche: Hublot legt regelmäßig Uhren mit den immer etwas anders beschrifteten Zifferblätter in einer beschränkten Auflage auf, die "etwa einem Viertel der geschätzten Nachfrage entspricht", erklärt Biver. Marketingtechnisch wird so ein Pull-Effekt erreicht, weil die Uhren stets selten und entsprechend begehrt sind. Hublot wird in diesem Jahr 32.000 Uhren herstellen, offenbart Biver. Nicht einmal zehn Prozent davon sind Uhren, die einem Verein oder einem Sportler gewidmet sind. "Wir könnten unsere Produktion auch ohne zusätzliche Limitierungen verkaufen", sagt Biver. Doch helfen sie, dass ein Uhrenfreund mehrere Uhren von einer Marke erwirbt. Sie alle sind von Hublot, aber sehen doch immer etwas anders aus.

Außer Hublot gibt es noch andere Hersteller im Luxussegment, die das Thema Fußball zu ihrem machen: Seit 2006 fertigt IWC aus Schaffhausen zu Welt- und Europameisterschaften jeweils 250 Stück der "offiziellen Uhr der Deutschen Fußballnationalmannschaft" zu einem Stückpreis von 13.600 Euro. Technisch ist diese Uhr eigentlich die von IWC bekannte Große Fliegeruhr im Stahlgehäuse, die nur an wenigen optischen Details und der Aufschrift auf der Rückseite auf diese Edition hinweist.

Auch Luxushersteller Ebel hatte 2008 spezielle Chronographen für den FC Bayern München (250 Stück) und für AFC Ajax Amsterdam (150 Stück) gefertigt, die eine auf 45 Minuten begrenzte Zählscheibe hatten. Der Einzelpreis lag bei 9900 Euro. Ebel verkaufte nach eigenen Angaben zwar die gesamte Stückzahl, die Kooperation mit den Fußballvereinen endete dennoch vorzeitig. Das Chronographenkaliber C137 verkaufte Ebel an die Schweizer Uhrenfirma Ulysse Nardin.

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