Samstag, 22. Juli 2017

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Hoteldesign Frau Pallaschs Gespür für Farben

Hoteldesign: Pallaschs Projekte
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Tamara Pallasch ist ein Shootingstar im Hotelgeschäft. Eine von ihr gestaltete Hotelresidenz in Kühlungsborn schaffte es unter die Finalisten der "Hotelimmobilie des Jahres 2011". Sie plant gern, was sie auf eigenen Reisen oft vermisst - gutes Licht und Wohlfühlatmosphäre.

Berlin/Kühlungsborn - Sanfte hellblaue Wellen spiegeln sich im Sonnenlicht. Blaugrau schimmernde Ostsee-Kieselsteine und Dünengras säumen einen Holzsteg, der zu einem Strandkorb führt. Bizarres Treibholz und Bernsteine ziehen die Blicke an. Die Impressionen geben die Atmosphäre der Ostsee stimmungsvoll wieder.

"Ich beschreibe meine Ideen für die konzeptionellen Entwürfe eines Hotel- und Spa-Konzeptes immer zuerst in einem Storyboard. Dann ergänze ich die Geschichte mit den passenden Stoff-, Farb- und Materialmustern", erklärtTamara Pallasch. So können sich die Kunden leichter in die Materie versetzen und Entscheidungen für die Raumatmosphäre treffen.

Monate später berühren die Entwürfe der 37jährigen Wahlberlinerin die Sinne der Entspannungssuchenden. Dann sind sie in Restaurants oder Spa-Landschaften umgesetzt, wie bei der im April 2011 eröffneten Upstalsboom Hotelresidenz & Spa in Kühlungsborn, das es unter die vier Finalisten des renommierten Preises "Hotelimmobilie des Jahres" schaffte. Der Standort diente der Interiordesignerin auch hier als inhaltlicher Ausgangspunkt für ihre Entwürfe.

"Es ist eine große Herausforderung, die Umgebung zu erkunden, heraus-zufinden, was sie besonders macht, welche Kontexte und neuen Wege beschritten werden müssen, damit ein zeitgemäßes Hotel entstehen kann. Eines, das mit einem inhaltlichen Konzept und guten Materialen den branchenüblichen Lebenszyklus von sechs bis acht Jahren überlebt", sagt die Innenarchitektin.

Gäste erwarten, dass Oberflächen auch nach Jahren noch neu aussehen

Ein hochwertig gestaltetes Hotelzimmer kostet zwischen 10.000 bis 15.000 Euro - ohne Baukosten, versteht sich. Der Spagat zwischen Design, Kosten und Budgetvorgaben bringt für Tamara Pallasch jedes Mal Spannung in die Interior-Entwicklung. Sie muss entscheiden, was wirklich wichtig für den Raum ist. "Ich versuche immer ein Highlight zu schaffen, durch Kunst, Grafiken oder ein besonderes Einzelmöbel. Alles andere gestalte ich reduziert", sagt sie. "Um den Gast zu überraschen, setze ich gern unterschiedliche Materialien ein."

Das ist schwierig, denn Gäste erwarten, dass Oberflächen von Hölzern und Stoffen nach fünf bis sechs Jahren immer noch neuwertig aussehen. In Kühlungsborn steht dieser Beweis noch aus. Aber in der Gestaltung der Restaurants und des Spas ist Tallaschs Philosophie überall zu spüren.

Im Fine-Dining Restaurant "Brunshaupten" spiegelt ein dreigeteiltes Ölgemälde von der Ostseelandschaft die Natur durch die Fensterfront ins Innere. Als Eyecatcher schweben überdimensionale goldene Lüster über dem eleganten Interieur. Im Buffet-Restaurant dominieren sanddornfarbige Stoffe, sandfarbener Holzfußboden und eine Vintage-Holzwand die Szene, im modernen Wiener Café das Rezept der berühmten Sachertorte.

Das 1300 Quadratmeter große Baltic Spa verleitet zum Entspannen und Träumen am Meer. In der Saunalandschaft treffen dunkelrot funkelnde Glasmosaiken auf dunkelgraue Farbnuancen. "Die Farben sollen zu einer Atmosphäre beitragen, in der sich die halbnackten Gäste wohl und beschützt fühlen", erklärt Pallasch, "Frauen lieben abwechslungsreiche Anwendungen, Intimität und Rückzugsmöglichkeiten. Männer schätzen eher ein größeres sportliches Angebot. Beides zu vereinen zeichnet für mich ein gutes Spa aus."

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