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15.02.2013
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Architektur

Friede den Palasthütten

Von Maren Hoffmann

Luxushütten: Stilikonen in der Einöde
Fotos
Evolver Photographs

Wer träumt nicht von einem Rückzugsort, an dem die Probleme klein sind und die Freiheit groß ist? Architekten in aller Welt haben solche Orte gebaut: Schicke Hütten, die der Versuchung des Immermehr den Luxus des Verzichts entgegensetzen. Hier ist eine Auswahl der schönsten Projekte.

Hamburg - Das Leben ist kompliziert. Im Büro Intrigen und IT-Probleme, zu Hause drohen Steuererklärung, Großeinkauf und Kellerentrümpelung. Wer träumt nicht von einem unkomplizierten Rückzugsort, an dem die Probleme klein sind und die Freiheit groß ist? Ein lauschiger Platz zum Schlafen, Lesen und Nichtstun, ein verträumter Blick über Baumwipfel oder einen Bergsee, Geborgenheit ohne Gerümpel?

Das scheint ein universaler Wunsch zu sein. Aber die Art seiner Erfüllung kann sehr viele, sehr unterschiedliche Formen annehmen. Ein neuer (englischsprachiger) Bildband des Gestalten Verlags (siehe Kasten links) stellt beispielhafte Projekte in aller Welt vor - vom Teepavillon über das Baumhaus bis zu Strandhütten und prächtig aufgeputzten Scheunen.

Auch den Luxus des Verzichts muss man sich natürlich erst einmal leisten können. Hinter den meisten Entwürfen sitzen renommierte Architektenbüros. Und wer ein gar nicht mal so kleines Wochenend-Waldhäuschen zwischen die Bäume setzen will, das man kaum sieht, weil die Fassade so schlau verspiegelt ist - dann ist das selbst dann nicht ganz billig, wenn man es als Architekt für die eigene Familie plant.

Aber manche der Projekte sind auch Low-Budget-Bauten, die eher von einem glücklichen Händchen ihres Gestalters und einer klugen Einbettung in eine sichtlich respektierte Natur zeugen. Und manche sind gar keine Flucht-Hütten für überdrüssige Workaholics, sondern tatsächlich Alternativen zum uferlos konsumgetriebenen Immermehr - oder gemeinschaftlich genutzte Orte des Naturerlebens, des konzentrierten Arbeitens oder des künstlerischen Schaffens.

In den USA gibt es schon länger das Tiny House Movement: Die Bewohner der winzigen Häuser verstehen sich zumeist als Minimalisten, die es zum einen als Befreiung empfinden, sich nicht um weitläufige Wohnräume und jede Menge Zeug kümmern zu müssen, zum anderen als kreative Umsetzung der Idee eines möglichst umweltfreundlichen und nachhaltigen Lebensstils.

Der wird natürlich eher konterkariert, wenn man sich als Ausgleich für den 400-Quadratmeter-Loft noch zusätzlich einen Hütten-Palast irgendwo in die Wildnis setzt. Aber ein Wochenende in gepflegter Einöde kann ja auch Anlass sein, die eigene Lebensweise mal grundsätzlich zu überdenken.

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