Sich mit gutem Gewissen auf der Gartenliege ausstrecken: Für Nina Griesshammer ist das nur dann möglich, wenn die Holzmöbel waldschonend hergestellt wurden. Die Waldexpertin der Umweltstiftung WWF Deutschland erklärt, wie das funktioniert.
Frage: Warum ruht es sich auf waldschonendem Holz besser?
Griesshammer: Weil es aus einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung stammt. Für dieses Holz wird kein Wald vernichtet. Auch auf Tier- und Pflanzengruppen sowie auf die Rechte indigener Völker wird Rücksicht genommen. Man unterstützt also nicht den Raubbau an der Natur und auch kein Preisdumping durch illegal geschlagenes Holz. Man kann sagen: Je besser das Produkt, desto besser das Gewissen.
Frage: Ist diese Botschaft bei den Verbrauchern schon angekommen?
Griesshammer: Teilweise. Das Bewusstsein muss noch geschärft werden. Das Problem liegt oft darin, wie man diese Möbel erkennt. Es gibt viele Scheinzertifikate. Aber auch Unternehmen können etwas tun, indem sie nur noch Produkte mit Gütezeichen verwenden.
Frage: Welche Gütezeichen sind das?
Griesshammer: Der WWF empfiehlt zwei Siegel. Erstens das FSC-Siegel. FSC steht für Forest Stewardship Council. Das garantiert die umweltverträgliche und sozial gerechte Bewirtschaftung von Wäldern. Zweitens das Naturland-Zeichen. Das stellt noch höhere Anforderungen, ist daher auch seltener im Handel zu finden. Es gibt noch andere Siegel, die genannten legen ihren Fokus aber auf einen schonenden Umgang mit dem Wald.
Frage: Sind waldfreundliche Möbel teurer als herkömmliche?
Griesshammer: Grundsätzlich schon. Immerhin handelt es sich um nachhaltige Produkte, die zertifiziert wurden. Dagegen stehen Möbel aus Raubbau. Zudem kann das Holz aus dubiosen Quellen stammen. Es werden nationale und internationale Rechtsvorschriften missachtet. So kann der Holzpreis leicht gedrückt werden. Dumpingprodukte sind die Folge.
Frage: Wo sind zertifizierte Möbel zu finden?
Griesshammer: In Baumärkten, Discountern und bei Gartenmöbelanbietern kann man nachsehen. Wer zielgerichtet suchen will, kann das online in der FSC-Datenbank tun.
Stephanie Hoenig/Katja Fleischmann, dpa
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