Freitag, 9. Dezember 2016

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Zur Abfahrt in Zauchensee Skifahren mit Weltcup-Sieger Michael Walchhofer

Zauchensee in Österreich: Skigebiet mit Weltcup-Niveau
Fotos
TMN / Tourismusverband Altenmarkt-Zauchensee

Langsam kann er nicht. Zwar spricht Michael Walchhofer immer wieder davon, die Pisten in Zauchensee gemütlich hinunterzufahren. So, dass jeder seiner Mitfahrer ihm hinterherkommt - nicht nur die furchtlosen Rennfahrer, die seit Kindertagen auf den Skiern stehen. Doch Walchhofer ist Profi im Ruhestand, Abfahrts-Weltmeister, Weltcup-Sieger. Von weiten Bögen hält er nichts. Seine Disziplin ist der Speed. Und: Er kennt das Skigebiet im Salzburger Land wie seine sprichwörtliche Westentasche. Denn hier hat er das Skifahren gelernt.

Zauchensee
Reiseziel
Altenmarkt-Zauchensee liegt im Pongau, rund 70 Kilometer südlich von Salzburg. In Altenmarkt leben auf 842 Meter Seehöhe rund 3900 Einwohner, in Zauchensee (1350 Meter) sind es 51.
Anreise
Altenmarkt-Zauchensee liegt unweit der Tauernautobahn A10. Die Ausfahrt Flachauwinkel ist von München aus in zwei Stunden und von der Stadt Salzburg in etwa 45 Minuten zu erreichen. Mit dem Zug fährt man nach Bischofshofen, Radstadt oder Salzburg, von dort mit Bus weiter. Zum Flughafen Salzburg sind es etwa 75 Kilometer, zum Flughafen in München rund 200 Kilometer.
Skipasspreise
Tagespass (sechs Tage) in der Hauptsaison: Erwachsene 48 (241), Jugendliche 36 (181), Kinder 24 (120,50) Euro. Der Skipass gilt für den gesamten Verbund Ski amadé. Neben Abfahrten gibt es auch Möglichkeiten für Langlauf, Rodeln und Wanderungen.
Informationen
Altenmarkt-Zauchensee Tourismus, Sportplatzstr. 6, 5541 Altenmarkt-Zauchensee, Östereich (Tel.: +43 6452/5511, E-Mail: info@altenmarkt-zauchensee.at, www.altenmarkt-zauchensee.at).
Im Winter geht er gelegentlich mit den Gästen auf die Piste. Manchem Skifahrer, der sich auf der Piste ein Päuschen gönnt, bleibt der Mund offen stehen, wenn er den schlaksigen Mann mit der verspiegelten Skibrille an ihm vorbeirauschen sieht. "Jetzt ist gerade der Weltmeister hier runtergefahren", raunt ein Mann seiner Frau zu. Die versucht noch, die Hinteransicht des 1,92 Meter großen Promis unter den vielen bunt gekleideten Skifahrern auszumachen - doch vergeblich. Walchhofer hat sich bereits in fast gerader Linie Richtung Tal begeben. Gemütlich für ihn. Unerreichbar für den durchschnittlichen Skifahrer.

Lange Zeit hat er sich auf Geschwindigkeit getrimmt - zwölf Jahre dauerte seine Profi-Karriere. Heute schaut er von außen auf das Renn-Geschehen. Viel Zeit zum Skifahren bleibt ihm nicht, denn gerade im Winter ist er oft verplant: Er berät etwa österreichische Spitzenfahrer und engagiert sich beim Österreichischen Skiverband.

51 Einwohner, 1800 Hotelbetten

Die Familie Walchhofer gehört zu den Urgesteinen in dem kleinen Ort. Das ganze Jahr über wohnen exakt 51 Menschen hier auf 1350 Metern Höhe. Im Winter stehen gut 1800 Hotelbetten für die Wintersportgäste bereit. Viel los ist trotzdem nicht. Wer bummeln gehen will oder einen Supermarkt sucht, muss ins nahe gelegene Altenmarkt fahren. Vor 50 Jahren standen in Zauchensee nur ein paar Almhütten.

"Da hatten ein paar Leute eine Vision, als sie den Ort für den Wintersport erschlossen", sagt Veronika Scheffer, die Geschäftsführerin der Zauchensee Liftgesellschaft. Einer davon war ihr Vater, auch die Walchhofers waren dabei. "Hier gab es keine Infrastruktur, keine Straße und keinen Strom", sagt sie. Trotzdem gab es einen Lift, der zu Beginn jeden Sommer wieder abgebaut wurde. Dann entschloss man sich, eine feste Bergbahn zu bauen.

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