Montag, 19. November 2018

Wintersport in XXL Was die Riesen-Skiarenen bringen

Wintersport-Trend: Riesen-Skiarenen und XXL-Saisonkarten
Christian Kapfinger/SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental/dpa-tmn

Skigebiete schließen sich durch Lifte zu riesigen Arenen zusammen. Saisonkarten bieten Zugang zu Pisten rund um den Globus. In der Welt des Wintersports gilt: Größer ist besser! Woher kommt der XXL-Trend? Und was haben Skifahrer und Snowboarder davon?

Eigentlich fielen nur ein paar Busfahrten weg, doch es war ein Meilenstein für den Wintersport in den Alpen. Die Flexenbahn verbindet seit dem Winter 2016/17 die Skigebiete Lech-Zürs und St. Anton miteinander. So entstand das größte Skigebiet Österreichs: Ski Arlberg, 305 Pistenkilometer. Die Seilbahn über den Flexenpass schuf ein zusammenhängendes Areal der Superlative. Und genau das ist der große Trend.

In den Alpen schließen sich immer mehr Skigebiete zusammen. Das hat zwei Gründe: Der Wettbewerb untereinander ist groß, und der Urlauber will immer mehr Abwechslung. "Die Größe des Skigebiets und die Skipisten sind maßgebliche Entscheidungsgründe für den Gast", sagt Franz Hörl vom Fachverband Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich. "Dabei spielt der Reiz, das größere Pistenangebot möglichst auszufahren, wesentlich mit."

Durch das Verbinden kleinerer und mittlerer Skigebiete lasse sich das Angebot oft mehr als verdoppeln oder verdreifachen, erklärt Hörl. Ob Skifahrer diese Vielfalt tatsächlich ausschöpfen, ist aber die Frage. "Der Urlauber schaut zuallererst auf die Größe eines Skigebiets", sagt Klaudia Zortea von Altenmarkt-Zauchensee Tourismus im Salzburger Land. "Ob er diese Größe letztlich nutzt, ist dabei zweitrangig. Viele Skifahrer tun es nicht." Was zählt, ist das Gefühl von Größe.

Snocru, Fatmap, Check Yeti und Co.: Die besten Wintersport-AppsÖsterreich hat mittlerweile einige Riesen-Ski-Arenen: Auf Platz zwei hinter Ski Arlberg liegt die Bergbahnen SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental mit 284 Pistenkilometern. Dahinter folgen: der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn (270 Kilometer), die Bergbahn Kitzbühel (215 Kilometer) und die Silvretta Arena Ischgl (172 Kilometer). Die gesamte Silvretta-Arena mit dem Schweizer Teil in Samnaun kommt auf 238 Kilometer.

"Für den Gast bedeuten diese Zusammenschlüsse eine Erweiterung der gesamten Infrastruktur, nicht nur der Pistenkilometer", sagt Ralf Roth, Skiexperte von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Am besten ist das für die sportlichen Gäste, da ihnen mehr Pisten zur Verfügung stehen. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad: "Ab einer bestimmten Größe profitiert der Gast nicht mehr, weil er in der Verweilzeit vor Ort die angebotenen Pisten nicht befahren kann." Und auch der Preis muss noch akzeptabel sein. Tages- und auch vielen Wochenend-Skifahrern bringen die Zusammenschlüsse wenig.

Richtig gigantisch wird es in Frankreich. Les Trois Vallées gilt mit etwa 600 Pistenkilometern als größtes zusammenhängendes Gebiet der Welt. Auf Rang zwei liegt Paradiski mit 435 Kilometern. Die Tourismusregion France Montagnes, in der die Riesen-Gebiete liegen, betont auch die größere Vielfalt - und die bessere Sichtbarkeit. Ein großer Name lockt mehr Gäste.

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