Mittwoch, 26. September 2018

Wandern auf Schwedens Kungsleden Ein Königspfad durch grüne Weiten

Wandern in Schweden: Unterwegs auf  auf dem nördlichen Kungsleden
Karolin Krämer/dpa-tmn

Kungsleden
Reiseziel
Ob anspruchsvoll oder entspannt: Auf dem Kungsleden kommen sowohl ambitionierte als auch gemächliche Wanderer auf ihre Kosten. Der nördliche Abschnitt besticht landschaftlich vor allem durch seine alpinen Bergpanoramen. Der südliche Teil eignet sich besser für Freunde des gemäßigten und vor allem einsamen Wanderns. Hier ist jedoch auch mit einem sehr viel ursprünglicheren Zustand des Wanderpfads zu rechnen. Brücken, Übernachtungshütten oder gar Saunen, wie es sie zwischen Ammarnäs und Hemavan zu genüge gibt, sind zwischen Storlien und Sälen eher die Ausnahme.
Anreise
Verschiedene Fluggesellschaften fliegen Stockholm von deutschen Airports nonstop an. Mit den SJ-Zügen weiter bis Östersund, von dort auf den Bus umsteigen bis Ammarnäs.
Ausrüstung
Mückenschutz - in Form von Spray oder dicht gewebter Kleidung - sollte obligatorisch sein. Zugleich bieten die zahlreichen Flüsse und Seen dem Wanderer einen großen Vorteil: Nahezu alle Fließgewässer können bedenkenlos als Trinkwasserquellen genutzt werden, man muss keine großen Wasservorräte mitschleppen.
Wildcampen
In Schweden gilt das Jedermannsrecht. So darf man sein Lager für eine Nacht an einem beliebigen Platz aufschlagen, wenn man Rücksicht auf Flora und Fauna nimmt.

Wandern hat in Schweden Tradition: Schon vor mehr als 100 Jahren legte der Wanderverein STF den Grundstein für den Kungsleden. Heute zählt der Königspfad zu den bekanntesten Wanderwegen Skandinaviens. Die Wildnis lässt Einsamkeit vermuten - doch allein ist man nicht.

Lesen Sie auch: Deutschlands Fernwanderwege - unterwegs in Grenzgebieten

Moosgrüne Ebenen, glasklare Bäche, grasende Rentiere: Der Kungsleden - übersetzt Königspfad - erfüllt jegliche Klischees, die man von Schweden nur haben kann. Unterteilt in einen südlichen und nördlichen Teil, verläuft der längste Fernwanderweg Schwedens auf rund 800 Kilometern entlang der norwegischen Grenze durch wilde Birkenwälder, über glitzernde Schneefelder und in bergige Fjällregionen. Während die Südroute von Sälen bis Storlien vor allem von steppenähnlichen und sumpfigen Gebieten geprägt ist, eröffnen sich im Norden zwischen Abisko und Hemavan alpine Gebirgspanoramen.

Eine Tour mit Zelt und Kocher:

Tag 1: Mit dem Zug Richtung Norden

Etwa 440 Kilometer misst der nördliche Kungsleden, unterteilt ist er in fünf Abschnitte. Keine einfache Aufgabe, bei dieser Distanz erst einmal herauszufinden, wo man eigentlich starten möchte. Letztlich fällt unsere Wahl auf den südlichsten Abschnitt des nördlichen Kungsledens. Von Ammarnäs führt er auf rund 78 Kilometern durch das Naturreservat Vindelfjällen nach Hemavan. Etwa fünf Tage haben wir für die Wanderung eingeplant.

Mehrmals am Tag fahren die Züge der Bahngesellschaft SJ von Stockholm nach Östersund. Von dort aus geht es weiter mit dem Länstrafiken-Bus, zunächst bis Sorsele, schließlich bis Ammarnäs. Für umgerechnet 90 Euro pro Person kann man die Fahrkarten über die SJ-Website im Voraus buchen - was zu empfehlen ist. Denn zum einen sind die Tickets dann etwas günstiger, zum anderen machen sich neun Wochen schwedische Sommerferien auch im Zug bemerkbar: Er ist gut gefüllt. 14 Stunden dauert die Fahrt mit Bus und Bahn hoch nach Ammarnäs, vorbei an Wäldern und Seen, durch abgelegene Dörfer mit blutroten Häusern und uralten Scheunen.

Wer lieber am nächsten Morgen am Ziel erwachen möchte, kann den etwas teureren Nachtzug nehmen. Ob sich in den wackeligen Waggons jedoch wirklich Schlaf finden lässt? Glückssache. Schließlich geht die Sonne in den Sommermonaten kaum unter.

Am späten Abend kommen wir in Ammarnäs an. Im Gegensatz zum T-Shirt-Wetter in Stockholm sind hier Jacke und lange Hose angesagt. Selbst im August kann es nachts auf frische 3 bis 5 Grad abkühlen, während am Tag auch mal die 20-Grad-Marke geknackt wird. Die lange Robe zu später Stunde schützt außerdem vor den vielen Mücken, die uns während der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz umschwirren.

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH