Sonntag, 16. Dezember 2018

Warum Vielflieger nicht nur auf Miles & More setzen sollten Wie sich Flexibilität bei Meilenprogrammen auszahlt

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    Alexander Koenig ist Gründer von First Class & More (www.first-class-and-more.de), dem größten deutschsprachigen Beratungsportal für günstige Business und First Class Flüge sowie die optimale Nutzung von Vielflieger- und Hotelprogrammen. Zuvor war er viele Jahre als Unternehmensberater bei McKinsey und BCG tätig. In seiner neuen Kolumne "Koenigs Klasse" greift er regelmäßig Themen auf, die für Vielflieger und -reisende interessant sind.

Ich stehe zugegebenermaßen noch etwas unter dem Einfluss der letzten Tage, denn hier gab es eine so außergewöhnliche Meilenaktion von Iberia, dass ich es für angebracht halte, eine Lanze für Meilenprogramme zu brechen, da diese sehr oft in der Kritik stehen. Lufthansa Miles & More reduziert Meilengutschriften um bis zu 70 Prozent, Etihad und Qatar Airways erhöhen die Preise für Prämienflüge teilweise massiv: Meldungen wie diese legen den Schluss nahe, dass Meilenprogramme von Airlines heutzutage kaum mehr etwas bringen. Doch diese Folgerung ist falsch.

Statusmeilen vs. Prämienmeilen

Denn es gibt bei Meilenprogrammen immer zwei Aspekte: Zum einen den Vielfliegerstatus , der mit besonderen Vorteilen etwa bei Check-in, Freigepäcksmengen, Sicherheitskontrollen, Lounge-Zugang und Boarding einhergeht. Dabei geht es um sogenannte Statusmeilen, die einzig und allein für die Statusqualifikation zählen. Hier gibt es zumindest bei den Qualifikationskriterien meist weniger Änderungen, denn das Thema Status ist ein sehr sensibles Thema und Statusvorteile werden in der Regel von Vielreisenden als der wichtigste Vorteil von Meilenprogrammen gesehen.

Zum anderen gibt es die Prämienmeilen und die damit verbundenen Einlösungsmöglichkeiten für Freiflüge und anderes. Hier erhöhen Airlines in der Regel alle paar Jahre die Preise für Flugprämien und entwerten damit das Programm - wie dieses Jahr wieder bei Etihad und Qatar Airways geschehen. Oder sie steigen auf umsatzbasierte Meilensammelsysteme um, bei denen insbesondere Urlaubsreisende mit günstigeren Flügen oft in die Röhre schauen.

Diversifikation ist der Schlüssel

Doch auch wenn sich die generelle Meilenlandschaft bei den Prämienmeilen verschlechtert hat, so gibt es eigentlich jedes Jahr immer wieder herausragende Aktionen und das Wichtigste hierbei ist es, ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen. Man darf sich nicht nur auf das Lufthansa Miles & More Programm fokussieren. Um die maximale „Rendite“ zu erzielen, muss man diversifizieren.

Es ist dasselbe Prinzip wie bei der Geldanlage. Wer alles Geld auf eine Aktie setzt, lebt gefährlich und ärgert sich, wenn er sieht, wie auf einmal andere Aktien eine Top-Performance hinlegen. Meilenprogramme sind alles andere als tot, aber es ist schwieriger, die sogenannten „Sweet Spots“, also die besten Sammel- und Einlösungsmöglichkeiten, für Meilen zu entdecken.

Eine unglaubliche Meilenaktion

Das beste Beispiel für Vorteile der Diversifizierung lieferte am vergangenen Wochenende Iberia mit ihrem Iberia Plus Programm. Wer von Freitag den 22.6. bis Sonntag den 24.6. Flüge auf iberia.com buchte und einen Iberia Plus Account hatte, der bekommt für jede dieser Buchungen bis maximal zehn Buchungen (auch one-ways waren erlaubt) jeweils 9000 Avios (= Meilen) innerhalb von zehn Tagen gutgeschrieben. Der Clou: Die Gutschrift soll auch erfolgen, wenn man die Flüge nicht antritt. Man darf sie nur nicht stornieren.

Findige User haben auf die Schnelle zehn one-way Flüge innerhalb von Spanien für jeweils 20 bis 30 Euro gebucht. Am Ende gibt es dann bis zu 90.000 Avios ab 200 bis 300 Euro. Das ist der erste Teil: Das optimierte Meilensammeln. Es lohnt sich, auf solche Aktionen zu warten. Und der zweite Teil ist das Meilen einlösen: Hier muss man die Sweet Spots in der Einlösungstabelle des Meilenprogramms für Freiflüge kennen.

Bei Iberia Plus sind beispielsweise Business Class Flüge an die USA Ostküste (New York, Boston) sehr günstig und kosten Return nur 68.000 Avios. Zum Vergleich: Bei Lufthansa Miles & More sind es 105.000 Meilen. Zudem liegen die Steuern und Gebühren bei Iberia bei ca. 250 Euro, bei Miles & More bei etwa 500 Euro. Wenn man jetzt die obige Aktion genutzt hat, kann man mit acht one-ways und ca. 200 Euro Einsatz die notwendigen Meilen generieren und einen USA Business Class Flug in den Big Apple für gerade einmal 450 Euro Return buchen. Das ist oft noch günstiger als ein Economy Class Ticket. Und es ist keinesfalls ein Einzelfall.

Legendär sind auch die lange Zeit möglichen Lufthansa First Class Flüge von Vancouver nach Frankfurt mit Lifemiles der südamerikanischen Fluglinie Avianca für unter 600 Euro. Insider kennen auch noch die 300 Euro Qatar Airways First Class Flüge nach Bangkok dank des Meilenprogramms von GOL, einer brasilianischen Fluggesellschaft. Bei allen galt es, flexibel zu sein und schnell zu reagieren.

Auch Miles & More bietet Optimierungsmöglichkeiten

Doch auch Miles & More hat ein dauerhaftes Schnäppchen zu bieten. So findet man unter www.meilenschnaeppchen.de jeden Monat fast 50 Prozent reduzierte Meilentickets zu ausgewählten Destinationen. Oft geht es schon für 40.000 Meilen in der Lufthansa Business Class nach Dubai. Diese Prämienmeilen kann man meist für nur 200 bis 300 Euro generieren, so dass sich am Ende ein Flugpreis von etwa 700 Euro für Lufthansa Business Class nach Dubai ergibt.

Für 55.000 Meilen geht es in der Business Class nach Nordamerika oder Indien, für 70.000 Meilen nach Asien. Das Ganze wird umso einfacher seit das Miles & More Meilenpooling . Dabei können zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder die Meilen gemeinsam einlösen.

Bei Miles & More sind schon seit längerem die besten Möglichkeiten, günstig Prämienmeilen zu sammeln, keineswegs in der Luft. Vielmehr kann man das Meilenkonto über Zeitungsabos, Finanzprodukte, Mobilfunkverträge, Shopping und die Miles & More Kreditkarte schnell füllen.

Fazit: Es lohnt sich nach wie vor, Meilenprogramme zu nutzen, denn neben dem Thema Vielfliegerstatus gibt es auch beim Prämienmeilen sammeln und Prämienmeilen einlösen immer wieder Sonderaktionen, die bei geschickter Ausnutzung zu Business Class oder First Class Flügen zu Economy Class Preisen führen.

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