Mittwoch, 27. März 2019

Thailand de luxe Wie Phuket zur Edel-Destination wurde

Thailand: Wie Phuket luxuriös wurde
Bernhard Krieger/dpa-tmn

Wenn die Sonne in der Andamanensee versinkt, erwacht in Patong das schrille Leben. Laute Musik, billiges Bier und viel nackte Haut. Ladyboys, Go-Go-Girls und angetrunkene Touristen auf der Suche nach billigem Sex. Phukets Partymetropole erfüllt sämtliche Klischees von Thailand als Reiseziel für Männer mit eindeutigen Absichten. Wenige Kilometer weiter südlich aber präsentiert sich die Insel ganz anders: elegant, stilvoll und edel.

An Phukets Südspitze entstand 1986 mit dem "Royal Phuket Yacht Club" das erste Luxushotel der Insel. Deren Image formte sich während des Vietnamkriegs. Ende der 1960er Jahre waren Tausende US-Soldaten auf Phuket stationiert. Unzählige verbrachten dort ihren Fronturlaub. Zurück aus dem Krieg oder auf dem Weg dorthin, wollten sich die GIs amüsieren. So blühte die Prostitution.

Nach den Soldaten kamen die Hippies und Rucksacktouristen. Erst mit dem "Royal Phuket Yacht Club" am Nai Harn Beach wurde die Insel auch für anspruchsvolle Reisende zu einem Ziel. James-Bond-Darsteller Roger Moore stieg ebenso hier ab wie Peter Ustinov und einige Royals. König Bhumibol höchstpersönlich adelte Phukets neues Luxusreiseziel durch die Phuket King's Cup Regatta. 1987 ließ der leidenschaftliche Segler die königliche Regatta erstmals vor dem Nobelhotel austragen.

Seit 1986 wechselte das terrassenförmig an die Küste gebaute Luxushotel mehrfach Besitzer und Betreiber, bis es 2015 unter dem Namen "The Nai Harn" neu eröffnet wurde. Geführt wird es von einem Deutschen. "Dieses Haus hat den Tourismus auf Phuket mitgeprägt", sagt Hoteldirektor Frank Grassmann. Inzwischen ist es nur noch eines von vielen Nobelhotels auf Phuket, von "Anantara" über "Banyan Tree" und "Six Senses" bis "Trisara". Suiten und Villen werden immer größer, Spas prunkvoller und Restaurants feiner.

Der Regierung liegt viel daran, Thailand auf dem globalen Reisemarkt edler zu präsentieren. Dass Grassmann einen weltbekannten Weinkritiker wie James Suckling an den Nai Harn Beach geholt hat, um dort bei einer Verkostung den "besten Rosé der Welt" zu küren, passt dem Tourismusminister bestens ins Konzept.

Das gilt auch für die Erfolgsgeschichte des "Amanpuri" an der Westküste der Insel. Zwei Jahre nach dem "Royal Phuket Yacht Club" eröffnete die heute weltweit vertretene Hotelkette Aman ihr Mutterhaus ausgerechnet auf Phuket. Das "Amanpuri" landet in internationalen Ranglisten seit Jahren unter den besten Resorts der Welt. Das weitläufige Luxusresort mit seinen gigantischen Villen verlangt für Unterkunft und seine Gourmet-Restaurants gesalzene Preise, doch die internationale Gästeschar ist bereit zu zahlen. Phuket ist weiterhin ein Ziel des Massentourismus, hat sich dank der Top-Hotels aber auch im Luxusmarkt etabliert.

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