Mittwoch, 24. Januar 2018

Niseko United lockt Freerider aus aller Welt Tiefschneesause auf Hokkaido

Skilaufen auf Hokkaido: Pulverschnee am Vulkan
Fotos
Bernhard Krieger / TMN

Hokkaido genießt in der Skiszene einen geradezu mythischen Ruf. Die Insel im Norden Japans ist eines der zuverlässigsten Tiefschnee-Reviere der Welt. Das größte Skigebiet der Insel, Niseko United, lockt Freerider aus aller Welt. Und nicht nur die.

Leise rieselt der Schnee? Auf Hokkaido schneit es mit der Intensität eines tropischen Gewitterregens. Fast könnte man der Schneedecke beim Wachsen zuschauen. Ein halber Meter über Nacht ist im Januar keine Seltenheit, eher die Regel. Für Autofahrer ist Japans Nordinsel im Winter die Hölle - für Skifahrer ein Paradies.

Wegen der außergewöhnlichen Schneesicherheit pilgern Skifahrer und Snowboarder aus der ganzen Welt Anfang des Jahres nach Hokkaido. Japan als Skireiseziel boomt. Die meisten Gäste besuchen das größte Skigebiet der Insel, Niseko United. Die vier zusammengeschlossenen Areale Annupuri, Village, Grand Hirafu und Hanazono reihen sich an den Flanken des Mt. Niseko-Annupuri aneinander. Der Vulkankegel ist zwar nur 1308 Meter hoch, die Höhendifferenz zu den Orten beträgt allerdings beachtliche 1048 Meter.

Hokkaidos Top-Skiresort ist berühmt für seinen "Japan Powder". Den besonders pulvrig-leichten Tiefschnee in Japan nennen Freerider in der ganzen Welt nur "Japow". Zwischen Anfang Januar und Mitte Februar fällt in Niseko fast täglich Schnee.

"Die kalten Luftmassen aus Sibirien nehmen Feuchtigkeit aus der Japanischen See auf und treffen dann auf die Berge im Westen Hokkaidos", erklärt Christoph Gnieser. Das sei die perfekte Mischung für häufige und ergiebige Schneefälle. Der Geo-Wissenschaftler ist leidenschaftlicher Skifahrer. Während seiner Zeit als Professor an nordamerikanischen Unis tobte er sich in den Rocky Mountains aus. Dann entdeckte er Hokkaido. Seitdem kehrt er als Guide für einen deutschen Skireiseveranstalter Jahr für Jahr nach Japan zurück, um Gästen die Geheimtipps abseits der Pisten zu zeigen.

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Niseko United ist auch für Pistenskifahrer eine Reise wert, das Beste aber verbirgt sich rechts und links der präparierten Abfahrten. "Hokkaido und insbesondere Niseko mit seinem Nachbarskigebiet Rusutsu sind echte Freerider-Paradiese", schwärmt Gnieser. Das liegt zum einen am ergiebigen Schneefall von rund 13 Metern pro Jahr, der die Schneedecke im Skigebiet zum Teil auf über vier Meter anwachsen lässt. Genauso wichtig sind aber die Topographie des Berges und sein Bewuchs.

Die relativ sanft abfallenden Flanken des Vulkans sind fast bis ganz oben von lichten Espen- und Bambuswäldern überzogen. Die Lawinengefahr ist so relativ gering. Die Sicht reicht selbst im dichtesten Schneetreiben, welches häufig herrscht und oft im wahrsten Sinne des Wortes wie aus heiterem Himmel kommt: Gerade noch schien die Sonne am tiefblauen Horizont, da drücken die meist starken Winde schon wieder neue Wolken gegen den Mt. Annupuri.

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