Samstag, 18. November 2017

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Winzige Inseln in Irlands Südwesten Star-Wars-Szenen in unberührter Natur 

Wo die Macht mit Ihnen ist: Skellig Michael und die Inseln Irlands
Fotos
Caspar Diederik/Tourism Ireland @storytravelers/dpa-tmn

Im Südwesten Irlands, in der Nähe des Küstenstädtchens Portmagee, geht es nicht ohne Boot. Zumindest nicht, wenn man die Inseln in der Region besuchen will. Sie sind nicht nur eine traumhafte Kulisse für Touristen - sondern auch für Hollywoods Krieg der Sterne.

Sie sind ganz verschieden, diese Inseln im Südwesten Irlands. Sie sind unbewohnt, haben nur 6 oder sogar 600 Einwohner. Eine kann man mit einem kleinen Kahn erreichen, eine über eine lange Brücke und eine andere nur mit Irlands einziger Seilbahn. Und da ist noch ein riesiger kahler Felsen im Atlantik, der schon vor 1400 Jahren besiedelt war und jetzt zum ultimativen Medienstar geworden ist.

Die Reise dorthin ist nicht ganz unbeschwerlich. Der Wind, der tags zuvor in gefühlter Orkanstärke blies, hat sich zwar gelegt. Doch auch bei relativ geringem Wellengang muss man ein wenig seetüchtig sein, um die abenteuerliche 90-minütige Fahrt in einem kleinen Ausflugsdampfer ohne Zwischenfälle zu überstehen. Gerade einmal zwölf Touristen haben Platz auf dem Boot. Skellig Michael - Michaels Felsen - heißt das Ziel, das zwölf Kilometer vom Hafen des Fischerdorfes Portmagee entfernt liegt.

Dass an diesem mystischen Ort die Schlussszene des siebten Star-Wars-Films "Das Erwachen der Macht" gedreht wurde, weiß nicht nur in der Region Kerry jedes Kind. Darth-Vader- oder Luke-Skywalker-Fans aus aller Welt pilgern hierher. Tatsächlich können beim Aufstieg über 618 in Stein geschlagene Stufen über 180 Höhenmeter schon über- oder außerirdische Gefühle aufkommen.

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Dort, wohin sich Mönche im siebten Jahrhundert zurückgezogen haben, um am vermeintlichen Ende der Welt Gott ganz nah zu sein und sich vor den Überfällen der Wikinger sicher zu glauben, weiß man sich heute gegen Massentourismus zu schützen. Pro Tag dürfen das Weltkulturerbe Skellig Michael nur 15 Boote anlaufen - macht in Summe also 180 Passagiere - und das nur von Mitte Mai bis Ende September. Wer rechtzeitig bucht, ist im Vorteil.

"Durch Star Wars hat sich für uns vieles verbessert. Es kommen bedeutend mehr Gäste", sagt Gerard Kennedy, Besitzer des "Moorings"-Hotel-Restaurants in Portmagee. Aber der Sommer sei kurz, und oftmals fielen die geplanten Ausflüge nach Skellig Michael dem unberechenbaren Wetter zum Opfer. "Für uns wäre es hilfreich, wenn die Saison früher beginnen und später enden würde", hofft Kennedy auf eine Einsicht seitens des für das Kulturerbe verantwortlichen "Office of public works". Fakt sei, dass durch die veränderte Situation auch junge Leute wieder Vertrauen in die Zukunft der Region gefasst hätten. Dies sei Voraussetzung, um den Exodus in die Großstadt nach Dublin oder gar nach Übersee zu stoppen.

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