Montag, 11. Dezember 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Mit dem Speedboat durch den Hamburger Hafen Adrenalinkick vor der Elbphilharmonie

Adrenalinkick: Mit dem Speedboat durch den Hamburger Hafen
Fotos
Sebastian Fuchs/Boote

Mit dem Speedboat durch Hamburg: Die RIB-Piraten bieten Sightseeing mit Adrenalinkick. Ihre 300 PS starken Schlauchboote sind für den Offshore-Einsatz konzipiert, knapp acht Meter lang und können bis zu 90 km/h schnell sein.

Bereits der Erstkontakt macht gute Laune: Auf ihrer Basis am City-Sportboothafen verbreiten die RIB-Piraten dezentes Südseefeeling. Eine rustikale Holzhütte mit wetterfesten Planen, eine Bar mit Palmen, ein stattlicher Grill und viele Tische laden zum Hinsetzen und Staunen ein. Neben dem Blick auf die Elbphilharmonie sind es vor allem die drei pechschwarzen RIBs mit Totenkopf-Branding, die Eindruck machen.

Boote

Heft 12/2017

Europas größtes Motorboot-Magazin

www.boote-magazin.de

Aktuelle Ausgabe

Hinter der Geschäftsidee stecken Frank Procopius und Caroline Schmidt, zwei waschechte Abenteurer, die nicht nur privat ein Paar, sondern gemeinsam dem RIB-Fieber verfallen sind. Sie wollten das extreme Speed-Feeling, das sonst nur Rettungskräften, der Polizei, Kampftauchern oder Greenpeace-Aktivisten vorbehalten ist, für jedermann zugänglich machen. Dabei war der Weg zur Lizenz lang und steinig, das kommerzielle Schnellbootfahren im Hafengebiet zu ermöglichen. Die Behörden mussten von der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Unternehmens erst überzeugt werden. Heute sind die RIB-Piraten das einzige Unternehmen, das im Hamburger Hafen regelmäßig fahren darf.

Der in Hamburg geborene Frank Procopius habe immer "verwackelte Hobbies" gehabt, gibt er zu. Er war Fallschirmspringer, Jetski-, Dragster- und Harley-Fahrer sowie Kunstflugpilot. "Heute brauche ich nicht mehr zu arbeiten, denn ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt er und ergänzt: "Ich hatte eine richtig geile Kindheit, hing meistens mit meinem Vater und seinen beiden Brüdern ab - zwischen Autos, Tankstellen und KFZ-Werkstätten. Ich habe von klein auf Benzin im Blut. Das kommt mir bei den Piraten zugute, ich habe Ahnung von Motoren, und die brauchst du als Bootsbesitzer auch. Unsere Boote warten wir akribisch, denn sie stehen unter hoher Belastung. Wir fahren mit einem RIB bis zu 500 Stunden im Jahr."

Lesen Sie auch: Unter Segeln durch die Großstadt

Obwohl bereits sein Vater zur See gefahren ist, begann Frank Procopius selbst erst spät mit dem Wassersport. Seinen Motorbootführerschein erlangte er 2004 im Alter von 41 Jahren, "weil ich mal Wasserflugzeug machen wollte". So richtig Feuer gefangen hat er dann bei seiner ersten RIB-Ralley, an der er 2007 am Roten Meer in Ägypten teilnahm. "Wir sind damals 500 Seemeilen in einer Woche mit dem RIB durch die niederländischen Antillen geheizt. Anschließend musste man sich in vielen anderen sportlichen Disziplinen beweisen. In der Zeit habe ich mich in diesen Bootstyp verliebt. RIBs sind unmittelbar, wendig, schnell und unfassbar robust: reine Arbeitstiere." "Caro habe ich 2008 in Hamburg kennengelernt, sie hat unser Team zu den ABC-Inseln begleitet", so Frank über seine ebenfalls motorsportverrückte Freundin und Geschäftspartnerin Caroline Schmidt. "Dort wurde die Idee geboren, das RIB-Bootfahren im Hamburger Hafen anzubieten.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH