Samstag, 26. Mai 2018

Tauchen Unterwasserabenteuer vor Mallorca

Tauchgang: Mallorcas Unterwasserwelt
Fotos
TMN

Einsame Buchten, Ballermann-Partys, Wander-Eldorado, Jetset-Treff: Auf Mallorca findet jeder sein eigenes Paradies - auch Taucher. Die spanische Mittelmeerinsel lockt mit magischen Unterwasserhöhlen, mystischen Wracks und riesigen Fischschwärmen.

Palma de Mallorca - Auf der Terrasse hieven die Taucher ihre Pressluftflaschen auf den Rücken. Sie nehmen ihre Schwimmflossen unter die Arme und laufen schwer bepackt eine steile Betontreppe hinunter zum Wasser. Dort wartet bereits das Schlauchboot. Die Taucher sind mit Mathias Günther unterwegs. Ihm gehört die Scuba Activa Tauchbasis in San Telmo, einer Hafenstadt auf Mallorca.

Überzeugt hat den gebürtigen Stuttgarter bei der Wahl des Standorts vor allem der Fischreichtum vor der Baleareninsel. "Wir haben hier riesige Barrakudaschwärme. Auf unseren Tauchgängen sehen wir auch regelmäßig große Zackenbarsche, Adlerrochen und gelegentlich sogar Mondfische", versichert er. Mit etwas Glück trügen seine Gäste im Sommer sogar Seepferdchen, Delfine und Schildkröten in ihre Taucherlogbücher ein, sagt Mathias.

Die Überfahrt mit dem Schlauchboot zur vorgelagerten Insel Dragonera dauert nicht einmal zehn Minuten. Doch es ist eine Fahrt in eine andere Welt. La Dragonera, das mystische Eiland, das sich mit Dracheninsel übersetzen lässt, ist überwältigend schön. Einst lebten hier Piraten und Schmuggler. Heute bevölkern nur noch kleine Drachenwesen die Insel: Die unzähligen endemischen Echsen sollen der nur vier Kilometer langen und 900 Meter breiten Insel ihren Namen gegeben haben. Eine andere Theorie besagt, er stamme von der Drachenform der Insel, die als Fortsetzung des Tramuntana-Gebirges hier spektakulär im Mittelmeer versinkt.

Nicht weniger eindrucksvoll ist der Ausblick, den die Gäste beim Abtauchen am Cap de Tramuntana an der Nordspitze der Dracheninsel haben. Nach nur wenigen Minuten ziehen die ersten großen Barrakudaschwärme dicht an den Tauchern vorbei. Ihre silbrig-blauen Schuppen glänzen und blitzen in den Sonnenstrahlen, die das glasklare Wasser durchstoßen. Es sind an die 100 Barrakudas. Zwischen gewaltigen Felsbrocken verstecken sich kleine Tintenfische.

Gewaltige Steilküsten stürzen in die Ttiefe

Auf der gemütlichen Terrasse der Tauchschule werden die Tintenfische während der Mittagspause in den Erzählungen der Taucher immer größer und die Zahl der Barrakudas steigt auf 300 Tiere an. Nach einem Café con Leche, der spanischen Variante des Milchkaffees, und einem kleinen Snack geht es auf zum zweiten Tauchgang.

Mathias Günther möchte seinen Gästen die Dragonera-Insel von einer Seite zeigen, die nur wenige Mallorca-Urlauber vom Festland aus zu Gesicht bekommen. Mit dem Boot fährt er auf dem Weg zum südlich gelegenen Cap des Llebeig so dicht an den gewaltigen Steilklippen der Nordwest-Küste vorbei, dass sich der salzige Meeresgeruch mit dem Duft von Rosmarin und Heidekraut mischt, die in den Felsnischen wachsen.

Bis zu 353 Meter ragt die Insel hier in die Höhe. Nervös nehmen die Möwen, Turmfalken und die scheuen Eleonorenfalken, die zu Hunderten in den Steilklippen nisten, das Taucherboot wahr. Mathias und seine sieben Taucher zieht es ins Wasser.

Wie die Falken an den Klippen schweben nun die Taucher unter Wasser an den sich im Meer fortsetzenden Steilwänden hinunter. Imposant stürzen die Wände hier 50 Meter fast senkrecht in die Tiefe. Die Felslandschaft ist überwältigend, die Sichtweite ausgezeichnet. Tonnenschwere Brocken liegen übereinander und bilden kleine Tunnel, durch die die Taucher hindurchschwimmen.

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