Donnerstag, 29. September 2016

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Gorilla-Safari in Uganda Familientreffen im Urwald

Gorillas: Aug in Auge mit den Riesen des Dschungels
Fotos
Adrienne Friedlander

Im Südwesten Ugandas auf 2000 Metern Höhe liegt der Bwindi Impenetable Nationalpark. Noch 100 Meter höher befindet sich die Clouds Mountain Gorilla Lodge. Die Luxusherberge am Rande des Regenwaldes ist Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die Welt der Berggorillas.

Bwindi - Eben noch peitschte der Wind über den Regenwald und um die Dächer der Lodge. Jetzt ist es still. Noch bevor die Sonne die ersten Strahlen über den Dschungel schickt, vertreibt sie an der Schwelle des Tages Wind und Dunkelheit. Und während wir uns um 6 Uhr morgens mit Toast, Eiern und Speck für das Afrika-Abenteuer stärken , geht über den Virunga-Vulkanen leuchtend rot die Sonne auf. Gorilla-Tracking ist nichts für Langschläfer.

Ausgerüstet mit festen Stiefeln und Stulpen, Wanderstock, dicken Handschuhen, Sonnenhut, Proviant und sechs Flaschen Wasser machen wir uns mit dem Geländewagen auf den Weg. In der Nacht hat es wieder geregnet. Und noch hängen die Wolken tief über den Wäldern. Frauen in bunten Kleidern balancieren Wasserkanister auf ihrem Kopf, ein Mann treibt eine Handvoll Ziegen über die rote Schotterstraße und ein paar Kinder in Schuluniformen laufen neben dem Wagen her. "Muzungu, Muzungu" - "Weiße" - rufen sie.

Nach 20 Minuten über die holprige Landstraße erreichen wir Rushaga. Hier befindet sich einer der Haupteingänge zum Bwindi Nationalpark. Und hier wartet schon Benson Kanyonyi im Informations-Pavillion . Er ist Ranger der Uganda Wildlife Authority und bereitet die Teilnehmer auf das Gorilla-Erlebnis vor.

Jahrzehnte lang trieb die Armut die Bevölkerung zur Wilderei in den undurchdringlichen Regenwald und die Berggorillas waren vom Aussterben bedroht. Jetzt nimmt die Population langsam wieder zu: durch die touristische Erschließung der Gebiete, den Einsatz von Park-Rangern und tierärztliche Überwachung der Tiere.

Die Gorillas finanzieren Hilfsprojekte

Heute leben etwa 400 Berggorillas im Bwindi-Park und im gesamten östlichen Afrika um die 880 Tiere. Zahlreiche Hilfsprojekte werden mittlerweile durch die Gorilla-Einnahmen finanziert. Dadurch hat sich auch das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für die Tiere verändert. Denn nachhaltiger und umweltschonender Tourismus stärkt die Region wirtschaftlich. Und ist damit das effektivste Mittel, um die grauenvolle Wilderei in den Griff zu bekommen.

"Was ist Tracking?" beginnt Benson seine Einführung und stellt für uns Unwissende erst mal klar, dass es sich hier nicht um Gorilla-Trekking, das heißt eine übliche Wanderung handelt. "Tracking bedeutet, den Spuren der Gorillas durch den Dschungel hinauf in die Berge zu folgen. Und zwar auf bis zu 2400 Meter. Und die Gorillas halten sich nicht an Verabredungen", fügt er hinzu und lacht über das ganze Gesicht. "Vielleicht folgen wir ihnen ein paar Stunden, vielleicht dauert es den ganzen Tag, bis wir sie gefunden haben."

Rund 10.000 Besucher kommen jährlich nach Uganda und in den Bwindi-Park, um die Waldriesen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Und dafür gelten zum Schutz der seltenen Tiere strenge Regeln: nur eine Gruppe pro Tag und höchstens acht Teilnehmer darf eine der Gorillafamilien für maximal 60 Minuten besuchen. Um die Übertragung von Krankheiten auf die empfindlichen Urwaldbewohner zu verhindern, beträgt die vorgeschriebene Distanz sieben Meter. Und möglich ist das Abenteuer auch nur mit einer Permit, einer speziellen Gorilla-Genehmigung, die zur Zeit für 600 US-Dollar angeboten wird.

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