Sonntag, 24. Juli 2016

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Winterkarneval in Québec City Kanurennen auf dem Eisfluss

Winterkarneval: Québec City heizt ein
Fotos
TMN

Zwei Wochen lang wird in Québec City Karneval gefeiert. Und das kann eine ganz schön eisige Angelegenheit sein.

Eric Fraser hat keine Angst vor den Elementen. "Dann wäre ich beim Kanufahren auf dem Eis falsch", sagt der drahtige Mann, der in Québec City lebt. Und dessen größte Leidenschaft gleichzeitig einer der Höhepunkte des Winterkarnevals in der kanadischen Stadt ist: das Ice Race auf dem mehr oder weniger zugefrorenen Sankt-Lorenz-Strom.

Québec City
Die Stadt
Québec City wurde 1608 von Samuel de Champlain gegründet und gehört zu den ältesten Städten Nordamerikas. Den Namen Kébec gaben die Algonquin der Stadt, er bedeutet "wo der Fluss schmaler wird". In der ersten Februarhälfte wird der Winterkarneval gefeiert.
Anreise
Québec City ist mit einem Zwischenstopp in Montréal, Toronto oder an der amerikanischen Ostküste zu erreichen.
Reisezeit
Zum Karneval ist es in der Stadt kalt: Das Thermometer zeigt im Schnitt zwischen minus 10 und minus 20 Grad an, dazu weht meist ein eisiger Wind
Informationen
Destination Québec, Hanauer Landstraße 184, 60134 Frankfurt, +49 69 175371 030 quebec.original@gce-agency.com
In der Stadt ist der Fluss fast einen Kilometer breit. Selbst bei den deutlichen Minusgraden, die die Québecois alljährlich von Dezember bis März haben, ist der Strom nur selten komplett gefroren. "Dazu ist er zu viel in Bewegung", sagt Fraser. Zudem müssen Eisbrecher durch den Fluss fahren, um ihn für den Schiffsverkehr bis zu den Großen Seen offen zu halten.

Durch die Bewegung werfen sich Eisschollen auf, die mehrere Meter hoch werden können. "Es kann alle paar Sekunden anders aussehen." Und genau das ist die Herausforderung für die Sportler, die sich aufs Eis begeben. "Man muss rudern, rennen und den besten Weg finden", erläutert Fraser. Reine Männerteams, reine Frauenteams und gemischte Mannschaften nehmen an dem Rennen teil, das von Québec City nach Lévis an das andere Ufer des Flusses führt.

Die größte Winterveranstaltung in Nordamerika

"Der Wettbewerb ist eigentlich aus einem Jux entstanden", sagt Fraser. Früher waren die Kajaks die einzige Möglichkeit, von einer Seite auf die andere zu kommen. "Und irgendwann sind die Familien, die die Fahrten anboten, gegeneinander gefahren. Dabei wollte natürlich jeder der Schnellste sein." Seit dem Beginn des Carnaval de Québec, der als größte Winterveranstaltung in ganz Nordamerika gilt, gehört das Rennen dazu.

Fraser nimmt es sehr ernst. Das ganze Jahr über trainiert er alle möglichen Sportarten. Und wenn der September kommt, rudern er und sein Team an Ergometern und heben Gewichte. "Und wir üben das, was wir Scootering nennen, sobald der erste Schnee da ist." Dabei ist ein Bein im Boot und eines auf dem Schnee. Man stößt sich gleichmäßig ab und kommt so vorwärts.

Während des Wettbewerbs sind die Bedingungen selten optimal - aber der Nervenkitzel ist immer da. "Sich mit den Elementen zu messen, ist schon toll - auch wenn du weißt, dass du gegen die Natur immer den Kürzeren ziehen wirst." Während die Kanuten so konzentriert sind, dass sie erst nach dem Rennen merken, wie kalt ihnen eigentlich ist, geht das bei den Tausenden Zuschauern entlang des Ufers schneller. Die Kälte kriecht langsam auch in die wärmste Kleidung hinein.

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