Freitag, 1. Juli 2016

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Campingtour entlang des Amazonas Das ganz persönliche Dschungelcamp

Peru: Campingtour im Amazonas-Dschungel
Fotos
TMN / PromPerú / Renzo Tasso

Rosa Delfine, Anakondas und Brüllaffen: Im Regenwald entlang des Amazonas warten spektakuläre Naturerlebnisse auf Besucher. Wer keine Luxus-Lodge bucht, muss allerdings hart im Nehmen sein.

Was würde Fitzcarraldo heute über seine Stadt denken? Der echte Carlos Fermín Fitzcarrald wäre wahrscheinlich stolz, dass Iquitos eine wohlhabende Großstadt geworden ist. Der Film-Fitzcarraldo dagegen würde sich abwenden, angewidert vom Lärm Tausender motorisierter Rikschas, vom pumpenden Reggaeton, von den faden Betonbauten. Und immer noch kein Opernhaus!

Iquitos ist eine Anomalie. Der abgelegene Vorposten der Missionare im peruanischen Regenwald ist auf mehr als 400.000 Menschen angewachsen. Es ist die größte Stadt der Welt, die nur per Boot und Flugzeug zu erreichen ist.

Ab den 1880er Jahren machte der Kautschuk Iquitos reich, Gummibarone wie Fitzcarraldo ließen sich pompöse Villen an die Uferpromenade bauen. Die Jugendstilfassaden sind heute zum Teil restauriert. An der Plaza de Armas steht noch die Casa de Fierro, ein Eisenhaus, das von Gustave Eiffel entworfen und Stück für Stück in den Urwald verschifft wurde. Nach 30 Jahren war es mit dem Kautschuk-Reichtum vorbei. Iquitos wäre wohl wieder zu einem unbedeutenden Dschungelnest verfallen. Doch in den 1960er Jahren fand man Öl. Zudem floriert die Holzindustrie - und nun auch der Tourismus.

Iquitos
Anreise
Von Europa fliegen mehrere Airlines nach Lima. Dort gibt es tägliche Flüge nach Iquitos. Wer es abenteuerlich mag, kann ab Yurimaguas per Boot anreisen. Die Fahrt dauert zwei bis drei Tage.
Unterkunft
In Iquitos gibt es viele Hotels verschiedener Kategorien. Die "Casa Fitzcarraldo" gehört dem Produktionsleiter des gleichnamigen Films. Backpacker finden zahlreiche einfache Unterkünfte, die nur wenig kosten.
Reisezeit
Iquitos liegt nahe des Äquators und hat ein tropisches Klima, es ist das ganze Jahr heiß und schwül. Am wenigsten regnet es von Mai bis September. Informationen: Tourismusbüro von Iquitos, Calle Napo 161 (Tel.: 0051/65/23 6144, E-Mail: iperuiquitos@promperu.gob.pe). PromPerú c/o Fame Creative Lab, Hanauer Landstraße 146, 60314 Frankfurt (E-Mail: peru@fame-creativelab.com).
Rings um Iquitos wurden in den vergangenen zehn Jahren Lodges in den Wald gebaut, eine Flotte von Kreuzfahrtschiffen schippert heute über die Flüsse. Dazu kommen die jungen Rucksackreisenden, für die Iquitos ein Fixpunkt auf der großen Tour durch Südamerika geworden ist. In den Agenturen der Stadt lassen sich ein paar Tage Regenwald genauso leicht buchen wie eine Ayahuasca-Zeremonie: die Einnahme halluzinogener Drogen im Amazonas. Eine bessere Story kann man den Facebook-Freunden zu Hause nicht bieten.

Ich wähle die weniger spektakuläre Alternative. Da ich nicht Tausende Dollar für eine Kreuzfahrt von wenigen Tagen zahlen oder mich Wildfremden im Rausch ausliefern will, buche ich vier Tage im Regenwald, mit einem einfachen Camp als Basislager. Mein Guide wirkt erfahren und verlässlich: Asuncion Perez, 50, stammt aus dem Dorf Yanamono, sechs Stunden flussabwärts.

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