Mittwoch, 20. März 2019

Wie es sich in Palm Springs lebt Glamour, Luxus, Diversity

Wüstenoase: In Palm Springs fühlten sich die Hollywoodstars wohl
TMN/ Visit Palm Springs

Eine Wüstenstadt, eingerahmt von Gebirgsketten: Nach Palm Springs zogen sich früher die Hollywood-Stars zurück, heute gibt die LGBT-Community den Ton an. Besonders bekannt ist der Ort aber für die filigrane Architektur in der rauen Landschaft.

"Movie Colony" steht auf den Schildern mitten in Palm Springs. Kurt Cyr kurvt mit seinem Van durch die Straßen. Sein Ziel ist die East Alejo Road, Nummer 1148. Dort bleibt er vor einem unscheinbaren Tor stehen. "Das ist ein sagenhaftes Haus", sagt der Innendesigner, der viele Jahre in Los Angeles gelebt hat und nun die US-Stadt in der kalifornischen Wüste sein Zuhause nennt. Heute führt er Touristen durch die Gegend.

Zehn Jahre lang hat Frank Sinatra in der E. Alejo Road gelebt. Er gab das Haus in Auftrag, als er 1947 seinen ersten Millionenvertrag mit dem Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer abgeschlossen hatte. Der Filmstar verlangte nach einem riesigen Haus mit Säulen, möglichst pompös. "Und es sollte zu Weihnachten fertig sein, denn da schmiss Frank Sinatra legendäre Partys", erzählt Cyr.

Mit seinem Wunsch war Sinatra an der falschen Stelle. Architekt E. Stewart Williams konnte modern: flache Häuser, die sich über große Flächen erstrecken, wüstentauglich für das Spiel mit Sonne und Schatten. Ein Stil, der ihn später als Mid Century Modernist bekannt machen sollte. Wie die anderen jungen Architekten, viele von ihnen aus Europa, die sich zu dieser Zeit in Palm Springs ansiedelten, um ihre Ideen zu verwirklichen. Beeinflusst wurden sie von Le Corbusier, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe.

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Williams nahm den Auftrag von Sinatra an und machte zwei Vorschläge - einmal mit Säulen, einmal modern. Der Hollywood-Star entschied sich für modern. "Ein Glück", soll der Architekt später gesagt haben. "Das andere Haus in der Wüste zu bauen, hätte uns wohl ruiniert."

Unscheinbar sieht es von draußen aus, so wie die allermeisten Gebäude in Palm Springs. Wenn man überhaupt etwas sehen kann von den einstöckigen Gebäuden, die oft hinter Mauern stehen und von exakt gestutzten Bäumen, Büschen und Sträuchern umrahmt sind.

Innen aber wird es spektakulär, wie auch die Bilder der Makler beweisen, die die Villa an zahlungskräftige Urlauber vermieten. Es gibt nicht nur einen Pool in der Form eines Flügels, sondern jede Menge Platz in dem Haus. Vier Schlafzimmer, sieben Bäder, in einem davon: ein gesprungenes Waschbecken. Dazu gibt es natürlich eine Geschichte. "Ava Gardner, seine zweite Frau, und Frank haben bekanntermaßen viel gestritten", erzählt Cyr. Und bei einem dieser Streits landeten Gardners Habseligkeiten in der Einfahrt, während Sinatra eine Champagnerflasche nach der Diva im Bad warf.

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