Samstag, 30. Juli 2016

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Spektakuläres Bootslager in Monaco Ein Tunnel für die Luxusyachten

Monaco Boat Service: Der Tunnel der Rivas
Fotos
Marcus Krall / Boote Exclusiv

Als Carlo Riva in den späten 1950er Jahren das Fürstentum Monaco für sich und seine hölzernen Runabouts entdeckte, staunte er nicht schlecht: Der Ort und seine solventen Einwohner schienen perfekt zu seinen Aristons und Tritones zu passen, nur der Hafen bot überhaupt keine geeigneten Plätze, um die grazilen Boote anzulegen.

"Monseigneur, ich würde mich freuen, im Port Hercule eine Steganlage und an Land ein Lager für unsere schönen Boote zu installieren. Selbstverständlich auf meine Kosten."

Exakt überliefert ist das Gespräch nicht, aber so oder so ähnlich muss es geklungen haben, als Carlo Riva bei Fürst Rainier III. vorstellig wurde, um die jenem unterstellte Marina etwas besser für die avisierte Jetset-Klientel aufzurüsten.

Rainier jedenfalls, bekennender Liebhaber der hölzernen Tender aus Sarnico, machte eine Zusage, und so entstand mit dem Monaco Boat Service ein maritimer Stützpunkt, der damals seinesgleichen suchte. Da rund um den Hafen keine Halle zu mieten oder zu installieren war, erhielt Carlo Riva die Genehmigung, in den Felsen, auf dem oben der Fürstenpalast thront, ein Lager zu sprengen.

Ein hundert Meter langer Tunnel für 50 Boote

Mit einigen Stangen Dynamit war es dabei allerdings nicht getan; um die filigranen Mahagoni-Bauten im manchmal kalten und feuchten Winter des Fürstentums zu stauen, entstand ein rund hundert Meter langer, zehn Meter breiter und rund sechs Meter hoher Tunnel mit Platz für etwa 50 Boote auf zwei Etagen.

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Heft 1/2016

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"Das sorgte in der Branche und auch hier in Monaco für reichlich Aufsehen", erinnert sich Lia Riva, als wir uns knapp 50 Jahre nach Eröffnung des Tunnels und nur ein paar Schritte davon entfernt gegenübersitzen. Die Tochter Carlo Rivas führt heute die Geschäfte des Monaco Boat Service und wird kontinuierlich auf diese ganz besondere Location angesprochen.

Stünden die Tore offen, blieben die Touristen stehen und staunten, stetig seien Firmen am Telefon, ob sie den Tunnel für Events nutzen könnten.Das ginge natürlich, so Riva, doch das letzte Wort habe immer sie. "Am liebsten vermiete ich für Charity-Events." Vornehmlich sei der Tunnel aber natürlich für ihre Eigner reserviert, bekräftigt Riva, die sich über mangelnde Kundschaft übrigens nicht beklagen kann.

Nach einer kleinen Flaute im Kielwasser der Finanzkrise ist die Marke Riva rund um Monaco gefragter denn je. Ein Umsatzplus von 50 Prozent sorgte etwa im vergangenen Jahr für die Auszeichnung "Bester Händler der gesamten Ferretti-Gruppe". Bedenkt man, dass zum Konzern allein sieben Werften und natürlich weitaus mehr Verkaufsbüros rund um den Globus gehören, ist dies schon sehr bemerkenswert, wenngleich zum Monaco Boat Service auch Dependancen in Cannes und Saint-Tropez gehören.

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